Aktien: Finanzsektor weiter übergewichten

Der Finanzsektor bleibt für 2026 unser bevorzugter zyklischer Sektor. Die Banken profitieren von attraktiven Bewertungen, einem Wachstum der Kredite und einer Erholung der Zinskurve.

 

Die Finanzen bleiben für 2026 unser zyklischer Sektor bevorzugt. Die Banken, insbesondere, weisen weiterhin attraktive Bewertungen auf und sollten von einer Wiederaufnahme des Kreditwachstums sowie von einer Erholung der Zinskurve profitieren, was ihre Zinserträge stärken und ihre Rentabilität verbessern sollte. Darüber hinaus dürften die Wertsteigerung der verwalteten Vermögenswerte und die deutliche Belebung der Aktivitäten an den Primärmärkten, wie Fusionen und Übernahmen (M&A) und Börsengänge (IPO), weiterhin die nicht zinsabhängigen Einnahmen der Banken unterstützen. Hinzu kommt ein Trend zur Deregulierung in den USA, insbesondere in Bezug auf niedrigere Risikogewichte, und das Umfeld bleibt günstig für eine Zunahme von Aktienrückkäufen sowie ein stärkeres Kreditwachstum. In Europa spricht man eher dafür, dass das Wachstum der Nettozinserträge dank besserem Kreditwachstum und einer Margenstabilisierung wieder anzieht, sowie auf weitere Verbesserungen bei der Kosteneffizienz gehofft wird. Parallel zur Fortsetzung der Steigerung der ROE zeigen die Aussichten weiterhin attraktive Dividendenzahlungen und Aktienrückkäufe im gesamten europäischen Bankensektor.

Im Bereich der Vermögensverwaltung erwarten wir ein stetiges Umsatzwachstum für die stärksten Unternehmen, überwiegend amerikanischer Herkunft, da das Wachstum des Marktwerts und die Zuflüsse neuen Kapitals unterstützt bleiben. Das stetige Wachstum dürfte sich auch in den Zahlungsnetzen fortsetzen, während die Befürchtungen hinsichtlich Störungen durch Stablecoins übertrieben erscheinen. Wir bleiben auch für die etabliertesten Daten- und Ratingdienstleister optimistisch, angesichts ihrer umfangreichen proprietären Datenbasis und treuen Abonnements.

Im Versicherungssektor bevorzugen wir Schaden- und Unfallversicherung gegenüber Lebensversicherung, die stärker vom Markt abhängig ist, sowie Rückversicherung, deren Preiszyklus möglicherweise seinen Höhepunkt erreicht hat. Wir bevorzugen große Konzerne mit gut diversifizierten Portfolios und soliden Franchises, sowie spezialisierte Versicherer, die Größenvorteile genießen und eine nachweisliche Underwriting-Historie über den gesamten Zyklus hinweg vorweisen können.

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