Auf der Suche nach den besten Schweizer Aktien für 2026

Die defensiven Qualitäten verschiedener Schwergewichte werden in diesem Jahr geschätzt, so Remo Rosenau, Leiter der Schweizer Forschung der Helvetischen Bank.

 

Die insgesamt hohe Bewertung technologischer Werte und die Konzentration darauf implizieren eine Verwundbarkeit; im Fall einer Korrektur wird der Schweizer Markt aufgrund des defensiveren Charakters der Qualitätsunternehmen besser abschneiden. Ganz zu Schweigen vom attraktiven Preisniveau vieler dieser Werte, so Remo Rosenau, Direktor der Forschung der Helvetischen Bank. 

Wie ist die aktuelle Lage des Schweizer Aktienmarktes? Risiken und Chancen?

In den Jahren 2024 und 2025 hat sich der Schweizer Markt hinter den großen internationalen Aktienindizes, insbesondere dem US-Markt, zurückgestellt. Bemerkenswert ist die historisch geringe Performance vieler klassischer Qualitätsaktien, die lange Zeit Stabilitätsfaktoren waren. Ihre übliche Bewertungsprämie ist damit um die Hälfte gefallen. Das Jahr 2026 dürfte eine Rückkehr von Aktien mit soliden Fundamentaldaten markieren, was wir als Chance betrachten.

Wir sehen allgemein eine zusätzliche Chance in Bezug auf die defensiven Qualitäten vieler schwerer Schweizer Werte, falls das Interesse an Technologie bzw. KI in den USA nachlassen sollte. Das Risiko liegt genau in diesem Bereich. Das globale Bewertungsniveau der Technologieaktien ist hoch, was ipso facto ein Abwärtsrisiko bedeutet.

Die Euphorie um KI und die starke Konzentration des Marktes auf wenige Unternehmen erzeugen eine Verwundbarkeit der Bewertungen. Im Falle von Enttäuschungen könnten die Aktienmärkte stark darunter leiden. Dennoch sollte der Schweizer Markt besser abschneiden, genau aufgrund des defensiveren Charakters von Qualitätsunternehmen.

Welche Aktien gehören zu den Favoriten der Helvetischen Bank für 2026?

Wir bleiben treu gegenüber mehreren unserer Favoriten von 2025 im Bereich Qualitätsaktien. Zum Beispiel Nestlé, Sika, Amrize, SGS und Givaudan, die im letzten Jahr enttäuscht haben. Was Small Caps betrifft, bevorzugen wir Bossard (Anmerkung: Befestigungs- und Industrielogistiklösungen), ALSO (Informations- und Kommunikationstechnologien) und Skan (Ausrüstung für Reinräume). Aktien wie ABB (Elektrifizierungs- und Automatisierungstechnologien) und VAT Group (Vakuumventile), die 2025 eine gute Performance gezeigt haben, bleiben in unserer Beobachtung. 

Darüber hinaus rücken die Aktien von Ems-Chemie (Spezialchemikalien), Partners Group (Finanzen), Flughafen Zürich und Kardex (Intralogistik) wieder auf unseren Radar für neue Engagements. 

«Roche und Novartis bleiben trotz ihrer sehr guten Performance im Jahr 2025 vernünftig bewertet.»

Des actions cycliques comme Bystronic, Schweiter Technologies, LEM ou Swatch Group se sont révélées faibles en 2025. Ces actions sont-elles des «value traps» ou des occasions d’achat?

Bonne question. Unter der Leitung des CEO Domenico Iacovelli hat Bystronic tatsächlich gute Chancen, mittelfristig eine Wende zu schaffen und erneut in die Gewinnzone zu gelangen. Zudem weist die Bilanz des Unternehmens, das Komplettlösungen für die Bearbeitung von Blechen anbietet, Nettoliquidität und eine hohe Eigenkapitalquote aus. Schweiter (Verbundwerkstoffe) kämpft gegen eine geringe Nachfrage im Display-Segment, doch auf diesem Niveau scheint die Aktie den Tiefpunkt bereits erreicht zu haben. 

Sagittant de LEM, könnte der Prozess länger dauern, denn der Hersteller hochwertiger Strom- und Spannungssensoren zur Messung elektrischer Parameter sieht sich dem neuen, harten Wettbewerb aus China gegenüber, wo LEM 40% seines Umsatzes erzielt. Außerdem ist mit einer Verschuldung von 2,3x die Bilanz von LEM nicht mehr so solide wie früher. Deshalb bleiben wir bei diesem Thema vorsichtig. Ebenso bleiben wir Swatch Group weiterhin fern. 

Wie schätzen Sie die aktuelle Bewertung von Qualitätsaktien, darunter Roche, Novartis, Sandoz, VAT Group, Geberit, Belimo oder Schindler?

Roche und Novartis bleiben trotz ihrer sehr guten Performance im Jahr 2025 vernünftig bewertet. Das sollte sich in den nächsten zwölf Monaten nicht stark ändern. Doch könnten ihre defensiven Qualitäten 2026 weiter positiv bewertet werden. Dabei darf man nicht außer Acht lassen, dass künftige Entwicklungen in den USA weiterhin eine Rolle spielen. Dennoch gehören sie weiterhin zu unseren Favoriten als Blue Chips. Hingegen hat uns die sehr gute Performance von Sandoz im Jahr 2025 etwas überrascht. Hier glauben wir, dass ihre Bewertung langsam angemessen wird.

VAT Group bleibt einer unserer Favoriten, auch wenn die Bewertung sicherlich nicht moderat ist; es gibt jedoch nicht viele interessante Alternativen im Technologiesegment an der Schweizer Börse. Wenn sich der Kurs der Aktie der 300-Franken-Marke nähert, wird Schindler wohl schrittweise in ein Gebiet einer angemessenen Marktbewertung eindringen. Geberit bleibt eine solide Standardanlage, die im Wesentlichen in jedem Depot ihren Platz behält. Belimo (Stellantriebe, Sensoren/Zähler, Regelventile) ist ein ausgezeichnetes Unternehmen, aber wir schätzen, dass die aktuelle Bewertung ihr Obergrenze erreicht hat.  

Nestlé, Sika, SIG Group et Forbo sind-ils des opportunités d’achat?

Kurz gesagt ja. Nestlé bleibt nach dem nahezu beispiellosen Kursrückgang in unserer Favoritenliste. Gleiches gilt für Sika. Ebenso kann Belimo nicht unbegrenzt etwa 15% pro Jahr wachsen, ebenso wird Sika nicht unbegrenzt kein Wachstum wie in den letzten zwei bis drei Jahren zeigen. In diesem Fall glauben wir an das Prinzip der ‚Mean Reversion‘ (Rückkehr zum Mittelwert), nach dem Aktien tendenziell zu ihren langfristigen Mittelwerten zurückkehren. 

Quant à SIG Group, das Kerngeschäft erscheint für uns weiterhin attraktiv. Wir sind zuversichtlich, dass der neue Verwaltungsratspräsident Ola Rollén und sein designierter CEO Mikko Keto die Probleme von SIG lösen und dieses weltweit führende Unternehmen aseptische Verpackungslösungen wieder in ruhiges Fahrwasser bringen werden. Wir sehen auch Potenzial in diesem Fall. Gleiches gilt für Forbo (Bodenbeläge und Förderbänder), unter der Leitung des neuen Präsidenten Bernhard Merki (ebenfalls Präsident von Ems-Chemie) und dem designierten CEO Johannes Huber. Der Einstieg in das Kapital von SEO (Family Office von Thomas Schmidheiny) mit rund 5% ist ein positives Signal. 

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