Die Mietpreisfestsetzung bleibt ein Tabu

Die Mieten sind ein Drittel höher, als sie sein sollten. „Das bedeutet jährlich 10 Milliarden Franken, die von den Mietern zusätzlich aufzubringen sind“, führte Samuel Bendahan (PS/VD) im Namen der sozialistischen Fraktion aus.

Der Nationalrat hielt am Mittwoch eine weitere außerordentliche Sitzung ab, die den Mieten und dem Mieterschutz gewidmet war. Die SP hat sich erneut die „überhöhten Mieten“ vorgenommen. Sie wurde zurückgewiesen.

In den letzten Jahren sind die Mieten für die Bevölkerung untragbar geworden. Was zu einem massiven Verlust von Freiheiten führt, erklärte Samuel Bendahan (PS/VD) im Namen der sozialistischen Gruppe. „Was empört, ist, dass im Gegensatz zu anderen Krisen wir etwas gegen die Mieten tun können.“

Der Wirtschaftsminister Guy Parmelin räumte ein, dass es Lücken gebe. „Der Bundesrat hat alles versucht: Runden Tische, quadratische, rechteckige Tische. Aber die Probleme bleiben.“ Er rief die Parteien dazu auf, nicht vom Verhandlungstisch zu gehen, weil sie ihren Standpunkt nicht vollständig durchsetzen konnten. „Wenn jeder auf seinem Standpunkt beharrt, kommt man zu nichts.“

Das geltende Recht sieht das Recht auf bezahlbaren Wohnraum vor. Es soll sicherstellen, dass die Miete auf der Grundlage der Kosten berechnet wird und dass die Rendite des Eigenkapitals nicht mehr als 2 Prozentpunkte über dem Referenzzinssatz liegen darf.

Die Mieten sind ein Drittel höher, als sie sein sollten. „Das bedeutet jährlich 10 Milliarden Franken, die von den Mietern zusätzlich aufzuwenden sind“, argumentierte Bendahan. „Und egal was passiert, steigen die Mieten weiter. Einfach dem Profitstreben der Investoren folgend. Spekulation ist das Problem.“

Kein automatisches Prüfverfahren

Der Antrag der Sozialdemokratischen Partei verlangte, die Mieten einer regelmäßigen, automatischen Überprüfung zu unterziehen, wie es bei der AHV, der MWST und der Gewinnsteuer der Fall ist. „Das würde das Leben der Menschen verändern, wenn sie das Geld in ihrer Tasche hätten“, sagte der Waadtländer erneut. „Dies ist die wirksamste Maßnahme gegen überhöhte Mieten und gegen die Großunternehmen, die Profit machen wollen.“

Unsere Verfassung, das Mietrecht und mehrere Jahrzehnte der Rechtsprechung des Bundesgerichts verbieten ausdrücklich die Festsetzung der Mieten nach dem Gesetz von Angebot und Nachfrage, schrieb die SP in ihrem Antrag. Dennoch sind die Mieten explodiert.

Das Mietrecht wird vom Privatrecht geregelt, während die MWST bzw. die AHV dem öffentlichen Recht unterliegen, entgegnete Parmelin. Mit Erfolg. Die Linke war allein, diesen Text zu unterstützen. Der Ständerat hat eine ähnliche Vorlage deutlich in der ersten Sitzungswoche abgelehnt.

Autorisations de construire

In der Folge hat der Nationalrat mit 102 zu 83 Stimmen einen Vorstoss von Matthias Samuel Jauslin (PVL/AG) verabschiedet, der darauf abzielt, die Verfahren für Baugenehmigungen zu verkürzen. Diese sind langwierig und schwer vorhersehbar und verschärfen den Wohnungsmangel, so der Argovier.

Der Bundesrat muss Instrumente auf organisatorischer, rechtlicher und digitaler Ebene vorlegen, die es ermöglichen, die Planungs- und Genehmigungsverfahren im Bereich des Wohnungsbaus zu beschleunigen. Der Bundesrat war dagegen und erinnerte daran, dass die Kantone in dieser Angelegenheit zuständig seien.

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