Während viele Alpenorte im Winter auf maximale Auslastung setzen, geht eine Berggemeinde im Wallis einen völlig anderen Weg und sorgt damit landesweit für Diskussionen. Angesichts explodierender Mieten, leer gefegter Dorfkerne und wachsender Unzufriedenheit unter den Bewohnern hat die Gemeinde beschlossen, Airbnb-Vermietungen im Winter drastisch einzuschränken, teilweise sogar vollständig zu verbieten. Ein Schritt, der als beispiellos gilt und ein deutliches Signal an andere Tourismusregionen sendet.
Was für Gäste nach Einschränkung klingt, ist für viele Einheimische ein längst überfälliger Befreiungsschlag, um ihr Dorf vor dem Verlust seiner Identität zu bewahren.
Wenn der Tourismus das Dorf zu verdrängen droht
In den vergangenen Jahren hat sich die Situation zugespitzt, denn immer mehr Wohnungen wurden zu kurzfristigen Ferienunterkünften umgewandelt, während Einheimische kaum noch bezahlbaren Wohnraum fanden. Besonders in der Wintersaison standen ganze Häuserreihen leer, weil sie ausschließlich an Wochenendtouristen vermietet wurden, obwohl im Ort selbst Arbeitskräfte, Familien und ältere Menschen dringend Wohnungen suchten.
Ein Gemeinderatsmitglied bringt es auf den Punkt: „Wir hatten das Gefühl, dass unser Dorf nur noch Kulisse war, aber kein Lebensraum mehr.“ Diese Wahrnehmung war der Auslöser für eine Entscheidung, die nun weit über die Region hinaus Aufmerksamkeit erregt.
Ein radikaler Schritt mit klaren Zielen
Das neue Regelwerk sieht vor, dass kurzfristige Vermietungen über Plattformen wie Airbnb im Winter stark begrenzt oder vollständig untersagt werden, insbesondere in Zonen mit akutem Wohnungsmangel. Ziel ist es, Wohnraum wieder dauerhaft denjenigen zur Verfügung zu stellen, die das Dorf das ganze Jahr über am Leben halten.
Die Gemeinde betont, dass es sich nicht um eine Ablehnung des Tourismus handelt, sondern um einen Schutzmechanismus. Der Winter solle weiterhin Gäste anziehen, aber nicht auf Kosten der lokalen Bevölkerung.
Warum gerade jetzt gehandelt wurde
Der Druck auf die Entscheidungsträger wuchs über Monate hinweg, da immer mehr Einheimische wegzogen oder gar nicht erst zuziehen konnten. Schulen verzeichneten sinkende Schülerzahlen, Vereine verloren Mitglieder und Betriebe fanden kein Personal mehr, weil niemand mehr vor Ort wohnen konnte.
Diese Entwicklung machte deutlich, dass der wirtschaftliche Nutzen des Tourismus langfristig ins Gegenteil umzuschlagen drohte. Ein Dorf ohne Einheimische verliert letztlich auch für Gäste seinen Reiz, so die Überzeugung vieler Beteiligter.
Zustimmung und Kritik prallen aufeinander
Die Reaktionen auf das Verbot fallen unterschiedlich aus. Viele Bewohner begrüßen die Maßnahme ausdrücklich und sehen darin die einzige Möglichkeit, das soziale Gleichgewicht wiederherzustellen. Andere, insbesondere Investoren und Zweitwohnungsbesitzer, kritisieren den Eingriff als zu hart und warnen vor Einnahmeverlusten.
Ein Einheimischer sagt jedoch deutlich: „Was nützen volle Betten, wenn niemand mehr da ist, der morgens das Brot backt oder die Lifte bedient?“ Diese Aussage spiegelt die Stimmung vieler wider, die den Schritt als notwendig erachten.
Ein mögliches Vorbild für andere Alpenregionen
Beobachter gehen davon aus, dass diese Entscheidung Signalwirkung haben könnte, denn ähnliche Probleme gibt es in vielen Schweizer Bergregionen. Steigende Immobilienpreise, saisonale Leerstände und der Verlust gewachsener Dorfgemeinschaften sind längst kein Einzelfall mehr.
Experten sehen in dem Walliser Vorgehen einen Testfall, der zeigen wird, ob strengere Regeln tatsächlich zu mehr Wohnraum und stabileren Gemeinden führen können, ohne den Tourismus nachhaltig zu schädigen.
Ein Balanceakt zwischen Gästen und Gemeinschaft
Die Berggemeinde steht nun vor der Herausforderung, den eingeschlagenen Weg konsequent umzusetzen und gleichzeitig attraktiv für Besucher zu bleiben. Klar ist jedoch schon jetzt, dass der Schritt eine neue Debatte ausgelöst hat, nämlich darüber, wem alpine Dörfer eigentlich gehören sollen: kurzfristigen Gästen oder den Menschen, die dort ihr Leben verbringen.
Während andere Orte noch zögern, hat diese Walliser Gemeinde gehandelt. Ob sie damit die Zukunft der Bergdörfer neu definiert, wird sich zeigen, doch eines ist bereits sicher: Der Winter im Wallis wird politischer als je zuvor.

SUPER IST IN MEINEM INTERESSE, ICH WOHNE SEIT 39 JAHREN IN ZERMATT UND HIER GENAU DAS GLEICHE. ICH BIN AUCH DAFUER AIRBNB ZU VERBIETEN UM MEHR WOHNRAUM FUER ANGESTELLTE UND EINHEIMISCHE BEREIT STELLEN ZU KOENNEN, DENN VOR DREISSIG JAHREN HATTEN WIR HIER AUCH NOCH EINEN ZUSAMMENHALT, WAS HEUTE DURCH DEN MASSENTOURISMUS NICHT MEHR MOEGLICH IST. ALSO BACK TO THE ROOTS, DENN JEDER HAT ETWAS DAVON, DENN AUCH DIE TOURSTEN WAREN FRUEHER EINBEZOGEN, WAS HEUTE NICHT MEHR MOEGLICH IST
BEST REGARDS👍