Ein verstecktes Paradies abseits der Massen
Zwischen korsischen Granitgraten schimmert ein türkisblauer See, der noch erstaunlich still geblieben ist. Hier gibt es keine Drehkreuze, keine Parkgebühren und keine Strandbars, nur Duft von Pinien und windgeglättetes Gestein. Wer aus der Schweiz nach Korsika reist, findet hier ein Stück Natur, das sich noch unberührt anfühlt.
Eine Schönheit, die nichts kostet
Das Wasser wirkt fast irreal, so klar und leuchtend, eingerahmt von hellen Felsen und Kiefern. Weil es keine Infrastruktur gibt, bleibt die Stimmung authentisch: kein Liegestuhlmeer, kein Gelärm. Man setzt sich auf einen wärmenden Felsblock, blickt in die Berge und hört nur das Rascheln der Nadeln.
„Es ist unser kleines Geheimnis – und hoffentlich bleibt es noch eine Weile so.“
Wo genau dieses Juwel liegt
Der See heißt Lac de Melu und ruht auf 1’711 Metern Höhe in der Restonica‑Schlucht bei Corte. Er wird von klaren Bergbächen gespeist und wirkt wie ein alpiner Spiegel inmitten der Méditerranée. Der Zugang ist kostenlos, der Weg markiert und landschaftlich abwechslungsreich.
Anreise aus der Schweiz
Für Schweizerinnen und Schweizer ist die Anreise angenehm variabel. In der Saison verbinden Direktflüge Genf, Zürich oder Basel mit Bastia bzw. Ajaccio. Alternativ führt der Weg via Fähre, etwa ab Genua oder Livorno, hinüber nach Bastia. Von Bastia sind es gut zwei Stunden mit dem Auto bis Corte, dann die schmale Restonica‑Straße durch eine wildromantische Schlucht.
Unterwegs am Lac de Melu
Ab dem Tal der Restonica beginnt eine gut besuchte, aber nicht überlaufene Wanderung. Rechnen Sie je nach Tempo mit rund 1,5 Stunden Aufstieg bis zum See. Der Pfad ist steinig, stellenweise blockig, aber technisch für trittsichere Gäste gut machbar. Oben wartet ein Panorama aus grauen Gipfeln, grünem Flaum der Latschen und Wasser, das wie ein geschliffener Edelstein funkelt. Wer badet, erlebt eine sehr frische Temperatur – perfekt nach einem Sommeraufstieg.
Warum der Ort so ruhig bleibt
Der fehlende Kommerz schützt die Atmosphäre, und der kurze Anmarsch wirkt als sanfter Filter. Hier gelten einfache Regeln der Rücksicht, die vielen Schweizer Gästen ohnehin vertraut sind. So bewahrt man den Charakter des Ortes, ohne ihn hinter Kassenhäuschen zu verstecken.
Gut vorbereitet unterwegs
- Bringen Sie genügend Wasser und einen kleinen Snack mit.
- Tragen Sie solide Wanderschuhe für den steinigen Pfad.
- Nutzen Sie möglichst reef‑safe oder mineralische Sonnencreme.
- Starten Sie früh oder am späten Nachmittag für mildes Licht.
- Nehmen Sie sämtlichen Abfall wieder mit – Leave‑No‑Trace gedacht.
Beste Zeit und kleine Hinweise
Im späten Frühling bis Herbst sind Wege meist schneefrei, die Farben leuchten besonders intensiv. Nach Gewittern können Passagen rutschig sein, also im Zweifel lieber langsam gehen. Wer Ruhe sucht, meidet die Mittagsstunden an Wochenenden und wählt die sanfte Randzeit. Dann gehört das Ufer fast Ihnen allein – nur das Plätschern, die Berge und dieses überwältigend türkise Blau.
