Ob Eskalation, Waffenstillstand oder ein prekärer Frieden – die Lage im Nahen Osten bleibt fragil, und der US-Präsident ist ein Jugendlicher, der erst spät erkannt hat, dass der Staat ein Spielzeug mit einem gewissen Unterhaltungswert sein kann, um die Worte von Peter Sloterdijk zu zitieren.
Gleichwohl hat auch das Unterhaltungspotenzial des amerikanischen Präsidenten seine Grenzen. Der Anstieg der Rohstoffpreise, die Inflation, die Finanzmärkte und die Meinungen der amerikanischen Wählerinnen und Wähler wirken als Bremse.
Es scheint daher riskant, eine Anlagestrategie auf ein besonders wahrscheinliches Szenario zu stützen, denn selbst ein angeblich sicherer Zufluchtsort kann sich als Irrtum erweisen. Es bleibt die Diversifizierung und qualitativ hochwertige Anlagen, die auch diesem Sturm standhalten werden.
Das schützt zwar nicht vor kurzfristigen Schwankungen, aber vor dauerhaften Vermögensverlusten. In den letzten Monaten haben viele Aktien von Unternehmen mit nachhaltiger Rentabilität erheblich gelitten, weil die Enttäuschungen auf kurze Sicht extrapoliert wurden und das Kind mit dem Bade ausgeschüttet wurde. Die daraus resultierenden niedrigen Bewertungen begrenzen das Ausmaß des Rückgangs und bieten ein Aufholpotenzial.
Anleihen sind zwar noch keine offensichtliche Wahl, bieten aber wieder eine zufriedenstellende Rendite für defensive Strategien, vorausgesetzt, die Inflation kehrt nicht auf das Niveau vor der Pandemie zurück, was angesichts der Abschwächung der Wirtschaft nicht zu erwarten ist.
Gold hat kürzlich unter seiner Funktion als Liquiditätsanker gelitten. In einem Kontext geopolitischer Unsicherheit, steigender Staatsschulden und schwächerer Konjunktur bildet Gold einen langfristigen Stabilitätsanker und ein sinnvolles Element eines gut diversifizierten Vermögens.
