CBRE veröffentlicht eine neue Studie mit dem Titel European Life Sciences Ecosystems: Sector Guide 2026. Die Schweiz zeichnet sich insbesondere im europäischen Lifesciences-Sektor durch Lausanne-Genf, Basel und Zürich aus, die sich zu strategischen Zentren für Forschung und Innovation sowie für Investitionen in Laborimmobilien positionieren.
Im Jahr 2025 blieb die Pharmaindustrie eine wichtige Säule der nationalen Wirtschaft. Mit einer Beschäftigungswachstumsrate von 2,2 % (Vollzeitäquivalente) gehörte sie zu den wenigen sekundären Wirtschaftsbereichen, der eine positive Entwicklung verzeichnete. Im gleichen Zeitraum stieg die Beschäftigung in der gesamten Schweizer Wirtschaft lediglich um 0,3 %, während der Industriesektor einen Rückgang von 0,2 % verzeichnete. Darüber hinaus konnten die Schweizer Pharma-Riesen dank gestiegener Investitionen und Preisnachlässe, die mit den Vereinigten Staaten vereinbart wurden, die Einführung von Einfuhrzöllen für eine anfängliche Periode von drei Jahren verschieben.
Mit 88.000 m² verfügbarer Fläche in einem Immobilienbestand von insgesamt 3,4 Millionen m² bis Ende 2025 zeichnet sich der schweizerische Laborimmobilienmarkt durch eine geringe Verfügbarkeitsrate von 2,6 % aus. Das erklärt sich einerseits durch einen hohen Eigentümer-Besitzer-Anteil und andererseits durch eine geringe spekulative Bauaktivität, was die Suche nach neuen Flächen für Scale-ups in ihrem Wachstum erschweren kann. Dennoch waren die letzten Jahre von einer starken Expansion und einer Institutionalisierung des Marktes geprägt. Angesichts des jährlichen zusätzlichen Flächenbedarfs von rund 80.000 m² zwischen 2013 und 2023 haben einige institutionelle Immobilieninvestoren beschlossen, Mittel in diesen Sektor zu lenken. Kürzlich jedoch hat die Nachfrage nach Flächen deutlich nachgelassen, aufgrund des erschwerten Zugangs zu Risikokapital.
Genfersee-Region – Ein stark wachsender Cluster, der von der Nähe zu Universitäten profitiert
Die Genfersee-Region, gestützt auf die Präsenz der EPFL, gehört zu den dynamischsten Lebenswissenschafts-Hubs Europas. Mit einer jährlichen Beschäftigungswachstumsrate von rund 5 % in den letzten zehn Jahren zählt sie zu den Clustern Europas mit dem schnellsten Wachstum. Große Entwicklungsprojekte, darunter neue Forschungsgebäude in Lausanne und Genf, stärken die regionale Infrastruktur für Innovation und Laboratorien, wobei die Verfügbarkeitsraten von Flächen Ende 2025 leicht über dem Durchschnitt lagen: 4,3 % im Kanton Waadt und 5,4 % im Kanton Genf.
Basel – Der am stärksten etablierte Life-Sciences-Hub der Schweiz
Die beiden Halbkantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft bleiben das am stärksten etablierte Schweizer Life-Sciences-Zentrum und weisen eine hohe Beschäftigungsdichte auf. Mehr als 33.500 Personen arbeiten hier im Life-Sciences-Sektor, was etwa 22 % aller Schweizer Arbeitsplätze in diesem Bereich entspricht (ohne pharmazeutische Standorte im Fricktal, Aargau).
Die Region durchläuft eine signifikante strukturelle Transformation. Der Markt für Laborflächen, der früher überwiegend von Eigentümer-Besitzer genutzt wurde, wandelt sich zu einem dynamischen Mietmarkt mit starkem Bau- und Renovierungsaktivitäten. Diese Veränderung wird durch die Umnutzung ehemaliger Industrieanlagen (wie Klybeck, Rosental, Novartis Campus und Schweizerhalle) begünstigt und durch zunehmendes Investoreninteresse unterstützt. Die Verfügbarkeitsraten liegen bei 3,2 % in der Stadt Basel und 14,6 % in der Umgebung Basel, bedingt durch die Verfügbarkeit mehrerer großer Flächen.
Zürich – Der Hotspot für Biotech, Healthtech mit weltweitem Einfluss
Die Region Zürich hat sich zu einem führenden Innovationszentrum in den Bereichen Biotechnologie, Gesundheitstechnologien und fortschrittliche Technologien (Deeptech) entwickelt. Der Kanton beherbergt rund 1.000 Unternehmen im Life-Sciences-Sektor, von denen ein Großteil aus kleinen und mittleren Unternehmen besteht. Die ETH Zürich und die Universität Zürich, weltweit zu den angesehensten Forschungsinstitutionen gehörend, bilden das Rückgrat des technologischen und unternehmerischen Ökosystems. Ungefähr zwei Drittel der rund 510.000 m² Laborflächen im Kanton werden von Hochschulen und Fachschulen genutzt. Die Verfügbarkeit von Laborflächen, mit nur 1,4 %, ist die geringste aller großen Zentren, was eine günstige Grundlage für neue Investitionen in diesem Bereich bildet.
