Immobilien: Hier werden Häuser in der Schweiz am teuersten verkauft – diese Regionen erzielen Rekordpreise

Spitzenpreise am Atlantik – warum das die Schweiz interessiert

Trotz einer leichten Marktabkühlung bleiben Teile der Bretagne für Käuferinnen und Käufer aus der Schweiz sehr teuer. Besonders entlang der Küste des Morbihan sind die Medianpreise für Häuser aus dem Altbestand weiterhin hoch. Wer eine Zweitresidenz am Meer sucht, findet hier Prestige – und Preisschilder, die es in sich haben.

Für Schweizerinnen und Schweizer ist die Region als Feriendestination attraktiv: gute Erreichbarkeit via Nantes, maritimes Klima und ein eigenständiger Lebensstil. Gleichzeitig stellt der Wechselkurs zwischen Euro und Franken sowie die französische Notariatsstruktur besondere Rahmenbedingungen.

Die teuersten Gemeinden im Überblick

Laut den jüngsten Daten der Notare überschreitet der Medianpreis in sechs bretonischen Gemeinden die Marke von rund 500’000 CHF. Die Top-Lagen konzentrieren sich stark im Morbihan, ergänzt durch eine Ausnahme in Ille-et-Vilaine.

  • La Trinité-sur-Mer: rund 635’000 CHF, besonders gefragt für Segeln und Nähe zu edlen Stränden
  • Carnac: rund 600’000 CHF, berühmt für Strände und Megalithen, starker Ruf bei Zweitwohnungs-Käufen
  • Saint-Briac-sur-Mer: rund 560’000 CHF, elegante Villen und Golf, nahe Saint-Malo
  • Arradon: rund 534’000 CHF, ruhige Villenviertel am Golf du Morbihan
  • Baden: rund 516’000 CHF, begehrt bei Wassersport-Fans
  • Arzon: rund 512’500 CHF, auf der Halbinsel Rhuys mit maritimer Infrastruktur

Erweitert man den Blick auf die historische Bretagne, schaffen es auch La Baule (ca. 600’000 CHF) und Pornichet (ca. 530’000 CHF) in den exklusiven Club. Beide Orte liegen an der östlichen Loire-Atlantique und ziehen ein internationales Publikum an.

Was der Median wirklich aussagt

Der Median bedeutet: In einer Gemeinde liegen 50 % der realisierten Verkäufe über, 50 % unter dem genannten Wert. Das unterscheidet sich von einem Durchschnitt, der von wenigen Luxusdeals verzerrt sein kann. Regional gesehen beträgt der Medianpreis für Häuser in der Bretagne rund 227’500 € – umgerechnet etwa 230’000 CHF.

Damit wird klar, wie stark sich eine Handvoll Küstenorte von der breiten Region abkoppelt. Exponierte Lagen, knappe Flächen und eine hohe Lifestyle-Nachfrage treiben die Preise. Für Budgetplanung und Finanzierung ist der Median ein verlässlicher Anker.

Korrektur ja – aber nicht überall gleich

Während die Gesamtpreise in der Bretagne nur moderat um rund -1,1 % nachgaben, waren die Rückgänge in einzelnen Hotspots deutlich grösser. In Carnac sanken die Hauspreise um -11,4 %, in Baden um -10,6 % – jeweils innert eines Jahres. Solche Korrekturen erleichtern Verhandlungen, ändern aber wenig am strukturellen Knappheitsbild.

In Top-Lagen bleibt das Angebot dünn, und gut positionierte Objekte verkaufen sich weiterhin zügig. Käuferinnen und Käufer sollten daher zwischen „Markt“ und Mikrolage unterscheiden: Ein paar Strassen machen einen grossen Unterschied.

Haus statt Wohnung: das Herz des Marktes

Die Notare ordnen die teuersten Orte getrennt nach Objekttyp: Haus oder Wohnung, neu oder alt. Besonders relevant sind Häuser aus dem Altbestand, denn sie stellen rund jede zweite Transaktion. Oder, wie es aus Expertensicht heisst: „Die Häuser des Altbestands sind das Herz des Marktes.“ In der Praxis bedeutet das: Hier entstehen die Preisankerpunkte, an denen sich Erwartungen und Finanzierungen ausrichten.

Einordnung für Schweizer Käuferinnen und Käufer

Für in der Schweiz Steuerpflichtige sind einige Spezifika zu beachten. In Frankreich laufen Käufe über Notare, die Erwerbsnebenkosten bei Altbauten liegen oft zwischen 7 und 8 Prozent. Zweitwohnungen unterliegen lokalen Abgaben, und die frühere „taxe d’habitation“ besteht für Zweitwohnsitze vielerorts weiter. Zudem spielt das Wechselkursrisiko EUR/CHF bei Finanzierung und Unterhalt eine Rolle.

Schweizer Hypotheken bleiben eine Option, doch viele entscheiden sich für Euro-Finanzierungen vor Ort, um Währungsrisiken zu glätten. Wichtig sind Reserven für Renovation und Energieeffizienz, da ältere Häuser oft Anpassungen bei Heizung, Dämmung und Fenstern brauchen. Wer langfristig vermieten will, prüft Regeln für möblierte Vermietung und Saisonvermietung je nach Gemeinde.

Ausblick: selektive Chancen statt Schnäppchenjagd

Auch wenn die Dynamik 2025/26 ruhiger bleibt, treffen Angebotsknappheit und Nachfrage nach „Leben am Meer“ in Premiumlagen weiterhin aufeinander. Das spricht eher für stabile bis leicht seitwärts laufende Preise an der Spitze – mit punktuellen Rabatten, wo Verkäufe zeitkritisch sind oder Objekte Sanierungsbedarf haben.

Für Interessierte aus der Schweiz heisst das: sorgfältige Vorauswahl, belastbare Nebenkostenkalkulation und ein waches Auge für Mikrolagen – von der Sonneneinstrahlung bis zur Geräuschkulisse im Sommer. Wer Zeit mitbringt, lokale Expertise nutzt und klug verhandelt, findet in der Bretagne ausgewählte Häuser mit starkem Freizeitwert und solider Werthaltigkeit.

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