Die Mieterinnen und Mieter stehen „unter Druck im ganzen Land und viele wagen es nicht, ihre Rechte geltend zu machen“, heißt es im jüngsten Umfrageergebnis des ASLOCA. Die Hauptursache für dieses Zögern sei die «Angst, die Beziehung zum Vermieter zu verschlechtern».
Fast 40 Prozent der befragten Personen verwenden mehr als ein Drittel ihres Einkommens für die Miete, heißt es am Dienstag in einer Mitteilung des ASLOCA. Eine Schwelle, «die die Empfehlungen von Caritas übersteigt und den Eintritt in eine Zone der Prekarität markiert».
Ungefähr eine von zwanzig Personen verwendet mehr als die Hälfte des Haushaltseinkommens für das Wohnen. Diese Situation betrifft die ganze Schweiz, ohne große Unterschiede zwischen städtischen und ländlichen Regionen oder den Sprachregionen, so der Verband.
Laut dem Bericht, der in Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstitut Sotomo unter 34.441 Personen erstellt wurde, gestaltet sich die Wohnungssuche besonders im Tessin und in Genf als schwierig.
Angst vor Kündigungen
Ungefähr 70% der Befragten berichten von Problemen mit ihren Vermietern, «aber die meisten setzen sich nicht durch», so ASLOCA. «So hat fast die Hälfte keine Mietsenkung beantragt, obwohl der Referenzzinssatz gesunken ist.»
Auch beim Widerspruch gegen die ursprüngliche Miete gilt derselbe Befund: Nur 5% haben dies bereits getan. Die Angst der Mieter, ihre Rechte geltend zu machen, spielt eine entscheidende Rolle. Fast ein Viertel der Befragten befürchtet, in den nächsten zwei Jahren ihr Zuhause zu verlieren, vor allem aufgrund von Baumaßnahmen, so ASLOCA.
Laut der Mieterorganisation verdeutlichen diese Ergebnisse ein «strukturelles Ungleichgewicht». «Mieter müssen ihre Rechte in der Regel individuell durchsetzen, sind dabei aber in einem Abhängigkeitsverhältnis zu ihren Vermietern».
Initiative zur Regulierung der Mieten
Fast 90% der befragten Personen wünschen, dass Mietsenkungen automatisch weitergegeben werden. Laut der Umfrage sprechen sich 86% für eine wirksame Mietpreisüberwachung aus und 85% wünschen sich mehr bezahlbare Wohnungen.
Mit ihrer Initiative zu den Mieten, die im Mai 2025 gestartet wurde, möchte ASLOCA «eine automatische und regelmäßige Kontrolle der Mieten gewährleisten und ein System beenden, das die Verantwortung individuell auf die Mieter abwälzt».
