Am 28. Februar 2026 hat eine gemeinschaftliche Operation der USA (Epic Fury) und Israels (Roaring Lion) gegen iranische Ziele die Region in einen offenen Krieg stürzen lassen. Die unmittelbare Reaktion Teherans, in einem Kontext aus scheiternden Atomverhandlungen und zunehmenden inneren Spannungen, hat das Risiko rasch auf den gesamten Golfraum ausgedehnt. Jenseits der militärischen Dimension rückt die globale Energieentwicklung inzwischen stärker in den Mittelpunkt der Märkte.
Der Tod des Obersten Führers Ali Khamenei und mehrerer hochrangiger Verantwortlicher stellt ein politisches Erdbeben dar, doch nicht zwangsläufig den Zusammenbruch des Regimes. Die Macht im Iran ruht auf einer soliden institutionellen Architektur, dominiert von den Revolutionsgarden, die tief im Sicherheitsapparat und in der Wirtschaft verwurzelt sind. In Abwesenheit einer strukturierten Alternative bleibt die Fortsetzung des Systems kurzfristig das wahrscheinlichste Szenario, auch wenn ein Übergang die Gleichgewichte der Achse des Widerstands neu zeichnen und die regionalen Dynamiken verändern könnte.
Der eigentliche Wendepunkt bleibt die Straße von Hormuz, durch die etwa ein Fünftel des weltweiten Öls fließt. Eine längere Störung könnte Brent deutlich über 100 US-Dollar treiben und einen globalen Energischock wiederbeleben, der besonders für Asien als Importeur sensibel ist. Zwar ist die Weltwirtschaft weniger abhängig vom Öl als 1973, und ihre Energieintensität hat sich deutlich verringert. Doch ein nachhaltiger Anstieg des Ölpreises würde wie eine weltweite Steuer wirken, die die Inflation antreibt und das Risiko einer Stagflation wiederbelebt.
Für die Zentralbanken wäre das Dilemma unmittelbar: einen vorübergehenden Schock ignorieren oder die Haltung verschärfen, wenn die Inflationserwartungen verankert werden. Ein Anstieg des Ölpreises um 10 Dollar könnte der Inflation in den USA mehrere Zehntel hinzufügen. Die Anleihemärkte würden damit zum Schlüsselindikator: Die Reaktion der langen Zinssätze in den USA wird zeigen, ob der Schock als inflationär, als rezessiv oder beides gleichzeitig wahrgenommen wird.
Für Investoren besteht die Herausforderung nicht darin, die nächste Attacke vorauszusehen, sondern die Robustheit der Portfolios zu stärken. In einem Umfeld von Energiespannungen und fragilem Wachstum muss die Dauer gemanagt werden; Vermögenswerte, die Inflation absorbieren können – Unternehmen mit starkem Preisparitätsmacht, Rohstoffe, reale Vermögenswerte – gewinnen wieder an strategischer Bedeutung. Das militärische Risiko ist sichtbar; das makrofinanzielle Risiko wird von der Dauer des Energieschocks und der Glaubwürdigkeit der Geldpolitik abhängen.
