Amerikanische Aktien bleiben ein zentrales Element globaler Portfolios, doch die Märkte befinden sich im Wandel. Makroökonomische Unsicherheiten und zunehmende Konzentrationsrisiken erfordern neue Strategien.
2026 wird ein Jahr des Wandels und neuer Perspektiven
Im Jahr 2026 wird der Technologiesektor weiterhin von tiefgreifenden strukturellen Veränderungen geprägt sein. Künstliche Intelligenz (KI) bleibt im Mittelpunkt, doch eine Frage rückt mit zunehmender Dringlichkeit in den Vordergrund: Ist das derzeit hohe Investitionsniveau nachhaltig?
Tatsache ist, dass die hohen Ausgaben für KI-Infrastruktur die Nachfrage nach Halbleitern, Netzwerktechnologien und Speichersystemen stimulieren. Doch diese Investitionen belasten auch die Cashflows, führen zu Engpässen wichtiger Komponenten und belasten die Strominfrastruktur. Hinzu kommt, dass zu Beginn großer Infrastrukturzyklen Kapital nicht immer effizient genutzt wird; Unternehmen scheinen stärker darauf fokussiert zu sein, Marktanteile zu verteidigen.
Die Nutzung von KI wächst weiter, Investitionen könnten sinken
Hohe Investitionsausgaben werden zunehmend durch externes Kapital finanziert. Die Nachhaltigkeit des Wachstums der Ausgaben hängt daher in hohem Maße von der Fähigkeit ab, die aktuellen Defizite dauerhaft zu finanzieren, sowie vom Vertrauen der Investoren.
Viele KI-Unternehmen, deren Geschäft stark von hohen Investitionen getrieben wird, erzielen derzeit über dem Durchschnitt liegende Gewinne. Angetrieben von einer sehr positiven Markterwartung werden diese Titel auf einem hohen Niveau bewertet, was das Risiko eines Kursrückgangs erhöht. Bevorzugt werden daher Unternehmen mit breit diversifizierten und wiederkehrenden Einnahmequellen, die zu vernünftigen Bewertungen gehandelt werden. Im Kontext von KI handelt es sich um die großen Cloud-Computing-Anbieter („Hyperscaler“) und um einige Software- und IT-Dienstleistungsunternehmen.
Wird KI bald traditionelle Softwareanbieter verdrängen?
Wird KI bald in der Lage sein, eigenständig Softwarecodes zu entwickeln und die traditionellen Softwarehersteller zu ersetzen? Nach intensiven Gesprächen mit Unternehmen und Branchenexperten lautet die Schlussfolgerung: Mit der Verbreitung von KI dürfte die Bedeutung von Unternehmenssoftware und IT-Dienstleistern eher zunehmen als abnehmen.
In diesem Zusammenhang werden Positionen in bestimmten Werten dieses Segments gezielt gestärkt. Zudem können kleine und mittlere Softwareunternehmen für strategische Käufer und Private-Equity-Gesellschaften von Interesse sein. Chancen der Konsolidierung bestehen auch in bestimmten Bereichen der IT-Dienstleistungen.
Weltweite Chancen in Europa und aufstrebenden Märkten
Außerhalb des US-Marktes sehen wir derzeit interessante Investitionsmöglichkeiten in Europa und in Schwellenländern. Dazu gehören ein asiatischer Halbleiterhersteller, ein chinesischer Anbieter von E-Commerce- und Cloud-Computing-Diensten und ein europäischer Zahlungsdienstleister mit einer äußerst effizienten Plattform.
2026 eröffnet zahlreiche Perspektiven
KI birgt erhebliches Potenzial, während interessante Chancen in Unternehmen bestehen, die derzeit vom Markt unterbewertet werden. Der Software- und IT-Dienstleistungssektor gilt als deutlich unterbewertet. Digitale Inhalte und Vertriebsplattformen, zum Beispiel für Musik und Videospiele, verfügen ebenfalls über solide Geschäftsmodelle. Zahlungsdienstleistungen und IT-Lösungen für Banken gehören ebenfalls zu den spannenden Bereichen.
Letztendlich wird 2026 eines zeigen: Der Technologiesektor ist außerordentlich vielfältig und bietet zahlreiche attraktive Anlagechancen, auch jenseits der KI.
