Unglaublich: Mit 30 fast frühpensioniert – Tochter von Staatsangestellten besitzt 15 Immobilien in der Schweiz und lebt von ihren Mietzinseinnahmen

Früher Ausstieg aus dem Angestelltenleben

Mit 30 lebt Pauline in der Schweiz bereits das, was sie selbst eine «Halb‑Rente» nennt. Aufgewachsen als Tochter zweier Lehrpersonen, prägte sie die Vorstellung von Sicherheit und geregeltem Einkommen. Doch früh merkte sie, dass ihr das Angestelltenmodell zu wenig Freiheit lässt.

„Ich wollte nicht von einem System abhängig sein, in dem unklar ist, wie die Rente später aussieht“, sagt sie mit ruhiger Stimme. Das gesetzliche Rentenalter von 64/65 empfand sie als fern, während ihre Neugier auf unternehmerische Wege immer stärker wurde.

Vom Ingenieurberuf zur Immobilienunternehmerin

Nach dem Studium als Ingenieurin arbeitete Pauline zunächst in einem Technologieunternehmen am Genfersee. Der Job bot Stabilität, aber wenig Gestaltungsspielraum. Abends besichtigte sie Wohnungen, am Wochenende belegte sie Kurse zu Sanierung, Finanzierung und Mietrecht.

Ihr erstes Objekt war ein kleines Studio in der Nähe von Fribourg, erworben für rund CHF 230’000 mit 20 Prozent Eigenmitteln. Sie renovierte vieles selbst: neue Böden, frische Farben, effiziente Beleuchtung. „Ich habe mich in das Gefühl verliebt, Räume mit den eigenen Händen sichtbar besser zu machen“, erzählt sie lächelnd.

Fünfzehn Objekte vor dem 31. Geburtstag

Was als Projekt nebenbei begann, wurde schnell zur Strategie. Pauline kaufte weitere Kleinstwohnungen, Stellplätze und 2‑Zimmer‑Einheiten in sekundären Lagen wie Biel/Bienne, St. Gallen und dem Aargau. Statt teurer Prestige‑Liegenschaften suchte sie Nutzwert, solide Mikrolagen und verlässliche Zahlen.

Heute umfasst ihr Portfolio 15 Einheiten, dessen Marktwert sie vorsichtig auf rund CHF 3,8 Mio. schätzt. Nach Kosten bleiben ihr monatlich etwa CHF 9’500 Netto‑Mietertrag – genug, um den Brotjob loszulassen und nur jene Projekte anzunehmen, die sie wirklich reizen.

Schweizer Rahmenbedingungen clever genutzt

In der Schweiz macht die Tragbarkeitsregel die Finanzierung anspruchsvoll, doch nicht unmöglich. Pauline achtet darauf, dass die kalkulatorischen Zinsen, Nebenkosten und Amortisation zusammen unter einem Drittel ihrer erwarteten Einnahmen bleiben. Banken mögen verlässliche Cashflows, saubere Dossiers und konservative Annahmen.

Sie amortisiert gemäss Vorgaben und hält Reserven für Unterhalt sowie Leerstände. Entscheidender Hebel war, günstige Sanierungen selbst zu übernehmen und dadurch die Mieteinnahmen kontrolliert zu erhöhen – stets im Rahmen des Mietrechts und mit Blick auf Bezahlbarkeit. „Nachhaltige Rendite funktioniert nur, wenn Mieter fair behandelt und Häuser gut gepflegt werden“, betont sie nüchtern.

Zwischen Freiheit und Verantwortung

Der neue Alltag bedeutet nicht nur Freiheit, sondern auch Verantwortung. Pauline koordiniert Handwerker, beantwortet Anfragen und prüft Abrechnungen. Gleichzeitig schafft ihr der wiederkehrende Cashflow Zeit für Mentoring, Weiterbildung und behutsame Projektentwicklung.

Sie lebt sparsam, reinvestiert Erträge und diversifiziert über verschiedene Kantone sowie Gebäudetypen. „Risikostreuung ist kein Slogan, sondern tägliche Praxis“, sagt sie. Rücklagen für Steuern, Hypozinsen und Instandhaltung parkiert sie auf separaten Konten und plant konservativ über mehrere Zinsszenarien.

Stimmen, Zweifel – und klare Antworten

Mit 30 von Mieten leben? Das ruft auch Skepsis hervor. Pauline kennt die Fragen: zu schnell, zu riskant, zu optimistisch für einen kleinen Markt wie die Schweiz. Ihre Antwort bleibt pragmatisch: „Ich bin nicht in Rente, ich bin unabhängig. Ich arbeite an dem, was Sinn macht – ohne Chefpult, aber mit viel Eigenverantwortung.“

  • Fokus auf bezahlbare Objekte mit solider Nachfrage statt teurer Prestige‑Adressen.
  • Sorgfältige Due Diligence und realistische Rendite-Rechnungen vor jedem Kauf.
  • Reservefonds für Unterhalt, Leerstand und variierende Zinsen.
  • Schrittweise Sanierungen mit klarer Kosten‑ und Zeitplanung.
  • Transparente Kommunikation mit Mietern und verlässliche Dienstleister.

Eine «Halb‑Rente» als persönliches Ziel

Pauline nennt ihre Situation bewusst «mi‑retraite», eine halbe Rente, weil sie weder abgeschlossen noch untätig ist. Sie wählt ruhige Freiheit statt laute Auszeit: weniger Termine, mehr Eigenzeit, ein Arbeitspensum, das sie nach Projekten statt nach Stunden misst.

Ob es immer 15 Objekte sein müssen, lässt sie offen. Wichtiger seien Werte wie Fairness, Sorgfalt und langfristige Substanz. „Am Ende geht es darum, ein stabiles, nützliches Angebot zu schaffen – für Mieter, Quartiere und die eigene Lebenszeit.“ So klingt Unabhängigkeit, die in der Schweiz nicht von heute auf morgen entsteht, sondern Schritt für Schritt mit Disziplin und klarem Kopf.

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