Für Schweizer Anleger ist die Portfolioperformance nicht mehr das einzige Kriterium bei der Bewertung der Finanzberatung. Vertrauen, Beziehungsqualität und eine langfristige Begleitung spielen eine zentrale Rolle bei der Wahrnehmung des Mehrwerts der Beratung. Das ist eine der zentralen Erkenntnisse von Client Connect: The Vanguard Advice Survey 2026, einer Studie von Vanguard unter 1.006 Anlegern, die von einem Berater betreut werden, und 224 Finanzberatern in der Schweiz.
Ein signifikant wahrgenommenes Alpha laut den Anlegern
Die Umfrage bestätigt, dass die Finanzberatung nach wie vor ein zentrales Element für Schweizer Anleger ist. Fast die gesamte Mehrheit der Befragten (98,4%) geht davon aus, dass ihr Berater positiv zum Vermögenswachstum beiträgt. Im gewichteten Durchschnitt bewerten die Anleger das vom Berater wahrgenommene Alpha nach Gebühren mit 6,0% pro Jahr.
Diese Zahl spiegelt die Wahrnehmung der Anleger wider und stellt keine direkte Messgröße für die finanzielle Performance dar. Sie illustriert jedoch die Bedeutung der professionellen Begleitung bei der Vermögensverwaltung, jenseits der reinen Marktergebnisse.
Ein Wert, der über die reine Performance der Investitionen hinausgeht
Wenn sie nach den Wertschöpfungsquellen der Finanzberatung gefragt werden, betonen die Anleger Vorteile, die sich nicht auf die Renditen der Portfolios beschränken. Fast 70% geben an, dass ihr Berater ihnen dabei hilft, Zuversicht in die Erreichung ihrer langfristigen finanziellen Ziele zu gewinnen. Zudem schätzen 66,9%, dass die Zusammenarbeit mit einem Berater ihnen innere Ruhe und damit ihr mentales und emotionales Wohlbefinden bringt.
Die Finanzplanung erscheint ebenfalls als ein entscheidender Faktor: 65,3% der Anleger geben an, dass sie dank professioneller Begleitung zuversichtlich sind, im Ruhestand einen zufriedenstellenden Lebensstandard aufrechterhalten zu können. Diese Ergebnisse zeigen, dass der Wert der Beratung ganzheitlich und multidimensional wahrgenommen wird.
Die Beziehung, der Haupttreiber der Loyalität der Anleger
Die Bedeutung der Beziehungsfaktoren spiegelt sich auch in den Gründen wider, die zu Beendigungen der Beratung führen. Nach Angaben der in der Schweiz befragten Berater hängen 70,4% der Trennungen von Kunden mit Beziehungsproblemen oder Servicequalität zusammen. Gründe, die direkt mit der Portfolioleistung zusammenhängen, erklären nur 27,7%.
Das Vertrauen ist ein zentrales Element der Zufriedenheit der Anleger: 94% geben an, dass es wichtig oder sehr wichtig für ihre globale Zufriedenheit ist. Außerdem schätzen 83,3%, dass es wichtiger ist, eine Ansprechperson zu haben, wenn man sie benötigt, als ausschließlich die Leistung oder die Auswahl von Investitionen. Diese Wahrnehmung wird von den Beratern weitgehend geteilt, von denen 90,2% die Bedeutung der menschlichen Dimension in der Beziehung zu ihren Kunden anerkennen.
Verhaltensbegleitung angesichts der Marktschwankungen
Die Studie unterstreicht auch den Wert der Verhaltensbegleitung. Eine Mehrheit der Anleger gibt an, Berater zu schätzen, die ihnen helfen, emotionale Entscheidungen bei Marktschwankungen zu vermeiden (72,2%) und der Versuchung zu widerstehen, früheren Renditen nachzujagen (68,0%).
Die Anleger gehen davon aus, dass sie ohne die Intervention ihres Beraters in den letzten drei Jahren jedes Jahr erhebliche Verluste am Wert ihres Portfolios erlitten hätten. Diese Ergebnisse unterstreichen die Rolle der Beratung bei der Aufrechterhaltung einer Anlagedisziplin, insbesondere in volatilen Marktumgebungen.
Die intergenerationelle Planung, ein noch weitgehend unerschlossenes Potenzial
Schließlich hebt die Umfrage die wachsende Bedeutung der Nachfolge- und Generationenplanung in der Schweiz hervor. Während nur 3% der Anleger angeben, diese Themen mit ihrem Berater detailliert besprochen zu haben, sind 66% der Meinung, dass es wichtig ist, mit einem Fachmann an Fragen der Vermögensübertragung zu arbeiten.
Trotz dieses deutlichen Interesses bleibt die Einbindung von Familien begrenzt: Nur 24% der Berater treffen regelmäßig die Ehepartner oder Lebenspartner ihrer Kunden, und kaum 6% tauschen sich häufig mit ihren Kindern aus. In einem Umfeld zunehmender Vermögensübertragung deuten diese Ergebnisse darauf hin, dass ein noch erhebliches Potenzial ungenutzt bleibt.
