Als ehemaliger Manager der alternativen Agora-Strategie bei Pictet hat Vincent Ijaouane im vergangenen Sommer in Genf den Long-Short-Equity-Fonds HC Vigama Alpha Fund aufgelegt. Eine unerwartete Initiative in einer Genfer Landschaft, die wenig auf diese Art von Vermögensverwaltung ausgerichtet ist. Der Fondsmanager bleibt jedoch zuversichtlich: Die durch diese Strategie ermöglichte Marktdisparität der Märkte sollte Investoren ansprechen, die nach Diversifikation für ihre Portfolios suchen. Die ersten Ergebnisse sprechen für sich. Gespräch.
Die Schweiz scheint nicht das natürlichste Umfeld für einen Hedgefonds zu sein. Warum ihn hier lancieren?
Die regulatorische Umgebung der Schweiz erweist sich tatsächlich als besonders anspruchsvoll und folglich kostspielig. Sie verlangt unter anderem, dass ein Risikomanager und ein Compliance-Verantwortlicher vorhanden sind, jeweils unterstützt von einem Stellvertreter, Funktionen, die an anderen Finanzplätzen wie London oder Dubai nicht zwingend erforderlich wären. Die Erlangung einer LPCC-Lizenz in weniger als einem Jahr bleibt schwierig, was das Time-to-Market in der Schweiz im Vergleich zu anderen Jurisdiktionen erheblich verlängert. Hinzu kommt eine hohe persönliche Besteuerung, und da Hedgefonds vor allem eine Angelegenheit von Menschen ist, kann die Anziehung von Talenten komplex sein. Dennoch bleibe ich Genf und seiner Lebensqualität sehr verbunden. Außerdem ist diese Positionierung ein echtes Differenzierungselement. Für einen Schweizer Investor – Private Banking oder unabhängiger Vermögensverwalter – gestaltet sich der Dialog mit einem lokalen Akteur leichter, und die Strenge der Finma bietet Garantien, die andere Standorte nicht bieten. Was für einen ganz jungen Fonds wesentlich ist.
Hedgefonds haben vor 2008 viel Tinte verschlungen. Seitdem weniger. Warum ist der Zeitpunkt wieder günstig geworden?
Nicht konventionelle geldpolitische Maßnahmen, die nach 2008 verfolgt wurden, waren nicht günstig für alternative Fonds. Mit Zinssätzen, die wieder auf normalere Niveaus gestiegen sind, bietet der gegenwärtige Kontext — geprägt von wiederkehrender Volatilität und zunehmender Streuung — besondere Voraussetzungen für die Generierung von Alpha, die Hedgefonds in die Lage versetzen, Rendite zu liefern. Die Zunahme der Korrelationen zwischen Aktien und Anleihen, die Zunahme geopolitischer und wirtschaftlicher Unsicherheiten sowie die Herabsetzung der Renditeperspektiven der Märkte sprechen ebenfalls für diese Art von Management.
Was ist die Strategie des Fonds?
Langfristige Kapitalwertsteigerung und Dekorrelation sind die expliziten Ziele des Portfolios. Die Korrelation zu den Kapitalmärkten liegt derzeit bei 0,1, was hervorragend ist für Investoren, die ihre Vermögenswerte diversifizieren möchten. Die Nettobeteiligung, sehr gering, wird dynamisch angepasst, und wir verwenden viele Optionen, um unsere Überzeugungen auszudrücken. Diese dienen uns nicht als Schutz, sondern als Instrumente der Portfolioverwaltung.
Unser Prozess beginnt mit einer Analyse der makroökonomischen Faktoren und der Marktdynamiken, nicht um directionale Wetten zu formulieren, sondern um zu bestimmen, in welchen Segmenten das idiosynkratische Alpha die größten Chancen auf eine Rendite hat. Dieser Ansatz ermöglicht eine effizientere Risikozuweisung in einem Umfeld, in dem makroökonomische Dynamiken heute eine weitaus bestimmendere Rolle spielen als früher.
Anschließend definieren wir die Sektoren oder thematischen Ziele, und wählen die am besten geeigneten Instrumente aus, um unsere Überzeugungen umzusetzen (Aktien, Optionen, Indizes oder Körbe je nach Fall). Das Portfolio wird um ergänzende Blöcke aufgebaut (Kern, Taktik, thematisch, Absicherung), kohärent organisiert, um die Alpha-Quellen möglichst stark zu isolieren.
Die Strategie zeichnet sich durch einen fundamental in der Analyse verankerten Ansatz und eine enge Interaktion mit den Unternehmen aus. Ziel ist es, einen Investitionsprozess so iterativ und reproduzierbar wie möglich zu gestalten.
Warum vier Blöcke?
Um dem Bedarf an kurzfristiger Rendite gerecht zu werden, denn als UCITS-Fonds mit täglicher Bewertung und Liquidität können wir es uns nicht leisten, ausschließlich auf langfristiges Denken zu setzen. Die Verwaltung nach Blöcken ermöglicht es, die Gesamtstrategie auszubalancieren.
Mit welchen Ergebnissen?
Im November, während die Märkte um 6 % gefallen waren, verzeichnete der Fonds eine Zuwachs von 2,5 %. Seit seinem Start am 21. Juli 2025 zeigt er eine Performance von 12,6 %, mit einer Volatilität von 4 % und einem Sharpe-Verhältnis nahe 6. Auch wenn wir realistisch nicht erwarten können, dieses Verhältnis langfristig aufrechtzuerhalten, belegen die Ergebnisse ein außerordentlich gut beherrschtes Risikoniveau.
Welche Sektoren bevorzugen Sie derzeit?
Finanzen, Konsumgüter, Chemie, Luftfahrt und Materialien. Obwohl die Strategie allgemein ausgerichtet ist, zielt sie nicht darauf ab, den gesamten Markt abzudecken, sondern konzentriert sich auf ein gezielt ausgewähltes Investitionsuniversum.
Wer ist Ihre Kundschaft?
Die Kundschaft setzt sich hauptsächlich aus institutionellen Investoren, Family Offices, unabhängigen Vermögensverwaltern sowie Hedgefonds zusammen, die insbesondere von meiner persönlichen Geschichte angesprochen sind. Pensionsfonds gehören noch nicht zu den Investoren. Darüber hinaus beachten Sie, dass der Fonds für Retail-Kunden zugelassen ist.
Nächste Schritte?
Ziel ist es, die Solidität unseres Modells zu demonstrieren, die Renditegeneration fortzusetzen und die Unabhängigkeit unserer Struktur zu wahren.
