Wahnsinnsfund im Wallis: Beim Poolbau entdeckt ein Hausbesitzer in seinem Garten einen Goldbarrenschatz

Ein Fund im Rhonetal

Beim Aushub für eine neue Gartenpoolschale in Fully im Kanton Wallis hat ein Hausbesitzer im Mai einen spektakulären Fund gemacht. Zwischen Erdschichten, Kies und Wurzelwerk kamen mehrere in Plastikbeuteln sorgfältig verpackte Objekte zum Vorschein. Darin lagen fünf Goldbarren und zahlreiche Goldmünzen, dicht an der Rhône, im Herzen des Walliser Weingebiets. Der geschätzte Wert des Schatzes liegt bei rund 700’000 Franken, je nach Feingehalt und aktuellem Goldpreis. Der Anblick des glänzenden Metalls liess die Baustelle augenblicklich stillstehen.

Aus dem Alltag wird ein Ausnahmefall

Zunächst hielt der Eigentümer die Beutel für Bauabfälle, doch das ungewohnte Gewicht weckte Misstrauen. Beim Öffnen der Verpackungen traten sauber nummerierte Barren und ein Sammelsurium alter und neuer Münzen zutage. Die Funde wirkten unversehrt und offenbarte eine überlegte, verdeckte Lagerung. Der Ort war so gewählt, dass Bagger und Spaten knapp daran vorbeigearbeitet hätten, wäre der Aushub nur wenige Zentimeter flacher ausgefallen. Was als Routineprojekt begann, wurde zur Geschichte, die ein ganzes Dorf beschäftigt.

Recht und Pflicht im Schweizer Kontext

Der Finder informierte umgehend die Kantonspolizei, die den Bereich absperrte und Fotos sowie Protokolle erstellte. Auch die kantonale Archäologie wurde beigezogen, um einen historischen Befund auszuschliessen. Da es sich laut Erstprüfung nicht um archäologische Kulturgüter handelt, greift Artikel 724 ZGB: Ein Schatz auf einem Grundstück gehört zu gleichen Teilen dem Entdecker und dem Eigentümer. In diesem Fall sind Finder und Grundeigentümer identisch, womit die Ansprüche zusammenfallen. Seriennummern wiesen zudem auf eine legale Herkunft hin, mutmasslich aus einer Westschweizer Raffinerie vor 15 bis 20 Jahren.

Sicherheit, Bewertung und Versicherung

Die Barren wurden unmittelbar in ein Bankschliessfach gebracht und dort bis zum Abschluss der Abklärungen verwahrt. Ein unabhängiger Experte taxierte Gewicht, Reinheit und Zustand, um einen marktgerechten Wert zu bestimmen. Parallel prüfte die Versicherung, inwiefern der temporäre Schatz in der Hausrat- oder Wertsachenpolice erfasst werden kann. Für Münzen gilt je nach Prägejahr ein Sammler- oder reiner Materialwert, was die Spannbreite der Bewertung vergrössert. Der Eigentümer plant, einen Teil zu behalten und den Rest über seriöse Händler zu veräussern.

Stimmen aus dem Quartier

"Ich dachte zuerst, es seien Steine, und dann lag da plötzlich pures Gold in meinen Händen", sagt der sichtlich bewegte Hausbesitzer. Die Nachbarschaft reagierte mit Staunen und einer Prise gut gelaunter Eifersucht. Eine Sprecherin der Kantonspolizei betonte, die Meldung sei vorbildlich gewesen und habe unnötige Risiken verhindert. Der Gemeindepräsident lobte die Transparenz und verwies auf die geltende Rechtslage. Viele fragen sich, wer den Vorrat vergraben hat – und weshalb gerade hier im Rhônetal.

Ein ungelöstes Rätsel

Der Vorbesitzer des Grundstücks ist verstorben, und bekannte Angehörige haben bisher keine Ansprüche angemeldet. Ohne dokumentierten Eigentumsnachweis und mit verstrichener Frist bleiben die Chancen gering, dass sich ein rechtmässiger Besitzer findet. Möglich ist, dass jemand in wirtschaftlich angespannten Zeiten private Reserven diskret lagerte und den Ort nie mehr aufsuchte. Solche Geschichten kursieren in der Region, wo Handwerk, Landwirtschaft und Kleingewerbe seit jeher pragmatische Lösungen kannten. Sicher ist nur: Der Boden unter unseren Füssen birgt bisweilen mehr, als wir ahnen.

Was tun, wenn man Gold findet?

  • Arbeiten sofort stoppen und den Fundort unberührt lassen.
  • Funde fotografisch dokumentieren und sicher absperren.
  • Kantonspolizei und gegebenenfalls kantonale Archäologie informieren.
  • Nichts reinigen, schmelzen oder eigenmächtig verkaufen.
  • Eigentums- und Steuerfragen frühzeitig mit Fachleuten klären.
  • Für Transport und Lagerung nur versicherte Wege nutzen.

Zwischen Glücksfall und Verantwortung

Der Fund ist ein Glücksfall, aber auch eine Verpflichtung gegenüber Recht, Sicherheit und möglicher Geschichte. In der Schweiz sind die Regeln klar, und transparente Schritte schützen Finder wie Gemeinschaft. Der Eigentümer zeigt sich dankbar für die Unterstützung und will einen Teil des Gewinns lokal spenden. Die Episode erinnert daran, wie nah Alltag und Aussergewöhnliches beieinander liegen. Und sie schreibt dem Rhônetal ein weiteres, glanzvolles Kapitel in sein ohnehin reiches Geschichtenbuch.

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