ZKB: Trend zu defensiveren Barrieren

Die Volatilität ermöglicht es, attraktive Konditionen für strukturierte Produkte anzubieten, betont Curdin Summermatter von der Zürcher Kantonalbank.

 

Während die Indizes Höchststände erreichen, führt der Markt für strukturierte Produkte an der SIX eine strategische Neuausrichtung durch. Zwischen der Monetarisierung der Volatilität im Technologiesektor, dem Aufstieg einer europäischen Verteidigung und dem Einsatz defensiver Barrieren bevorzugen Investoren jetzt die finanzielle Feinjustierung gegenüber einem risikodirektionalen Ansatz. Eine Trendanalyse mit Curdin Summermatter, Direktor der Strukturprodukte bei der Zürcher Kantonalbank (ZKB).

Spielen Kapitalerhalt-Produkte heute wieder eine zentrale Rolle in den Allokationen?

Der Anteil der Kapitalerhalt-Produkte bleibt stabil und machte im letzten Jahr etwa 12% des gesamten Verkaufsvolumens strukturierter Produkte in der Schweiz aus, gemäß den Zahlen der Branchenvereinigung SSPA. Diese Produkte können das Risiko-Rendite-Profil eines Portfolios verbessern und eignen sich für verschiedene Anlagestrategien. Sie ermöglichen insbesondere eine Absicherung des investierten Kapitals, was konservative Anleger ansprechen kann.

Außerdem können diese Produkte genutzt werden, um Gewinne zu sichern, wie das Beispiel Gold verdeutlicht. Wenn Anleger an der Fortsetzung des Anstiegs des gelben Metalls zweifeln, können sie es verkaufen und so ihre Gewinne realisieren. In diesem Fall ermöglicht ein Kapitalerhalt-Produkt auf Gold, jeder weiteren Aufwärtsbewegung teilzunehmen, während das Verlustrisiko minimiert wird.

„Wir beteiligen uns aktiv an der Risikobildung, um sicherzustellen, dass unsere Kunden die Produkte und die damit verbundenen Risiken vollständig verstehen.“

Die Währung spielt eine entscheidende Rolle bei der Strukturierung von Kapitalerhalt-Produkten. In der Regel gilt: Je höher die Zinssätze im relevanten Währungsraum, desto attraktiver sind die Produktbedingungen. Folglich sind heute Produkte, die in US-Dollar notiert sind, besonders attraktiv.

Beim Schweizer Franken liegt der Kapitalschutz derzeit unter 100%. Insgesamt stellen Kapitalerhalt-Produkte eine gute Option in einem Portfolio dar, da der Absicherungsbedarf durch strukturierte Produkte leicht umgesetzt werden kann. Es ist jedoch wichtig, die Rendite bei Fälligkeit und nach Steuern zu berücksichtigen.

Haben Sie eine Tendenz bei der Strukturierung von Barrieren bemerkt, insbesondere hin zu mehr Zurückhaltung?

Es zeigt sich eine Tendenz zu defensiveren Barrieren. Diese Entwicklung wird durch verschiedene Faktoren bestimmt, darunter die niedrigen Zinssätze in der Schweiz, die das Spektrum der renditestarken Anleihen begrenzen. In diesem Marktumfeld können Barrier Reverse Convertibles (BRC) mit einer niedrigen Barriere eine Möglichkeit bieten, Rendite zu erzielen, trotz der Zinschwäche. Dank der defensiven Barriere werden Kursrückgänge teilweise kompensiert, im Gegenzug für einen niedrigeren Kupon.

Allerdings müssen Anleger sich bewusst sein, dass Verluste erheblich sein können, wenn die Barriere durchbrochen wird, da dies bedeutet, dass der Preis des Underlyings stark gefallen ist. Daher ist es von entscheidender Bedeutung, das Produkt an die individuellen Bedürfnisse des Anlegers und seine Markterwartungen anzupassen.

Ist das aktuelle Volatilitätsniveau tatsächlich bessere Bedingungen für Investoren?

Die heutige Volatilitätslandschaft ermöglicht tatsächlich attraktive Bedingungen für strukturierte Produkte. Auf den ersten Blick mag die Volatilität auf Indexebene, wie beim SMI, nicht außergewöhnlich hoch erscheinen. Es gibt jedoch eine signifikante Streuung innerhalb des Index. Mit anderen Worten: Während die Indexvolatilität relativ stabil sein kann, können einzelne Aktien starke Bewegungen erfahren.

Diese zunehmende Streuung ermöglicht attraktive Produktbedingungen. Dies spiegelt sich auch im hohen Aktivitätsniveau unserer Kunden wider. Das aktuelle Marktumfeld ist daher für unsere Aktivitäten äußerst vorteilhaft.

Wie lässt sich das Verständnis der Risiken strukturierter Produkte bei Anlegern verbessern?

Die Tutorials der SSPA, die grundlegende Informationen und Beispiele bereitstellen, sind ein guter Ausgangspunkt. Wir engagieren uns aktiv in der Risikoberatung, um sicherzustellen, dass unsere Kunden die Produkte und die mit ihnen verbundenen Risiken vollständig verstehen.

Es wird auch empfohlen, sich mit dem Funktionsprinzip und den Mechanismen strukturierter Produkte durch Probentransaktionen vertraut zu machen, bevor größere Beträge investiert werden. Dies ermöglicht es den Anlegern, praktische Erfahrungen zu sammeln und Chancen sowie Risiken besser zu verstehen.

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