Der Sekundärmarkt des Private Equity bezeichnet den Handel mit Anteilen an bereits etablierten Private-Equity-Fonds. Während der Primärmarkt darauf abzielt, sich zu einem Zeitpunkt der Fondserhebung in einen Fonds zu engagieren, besteht der Sekundärmarkt darin, diese Fonds während ihrer Laufzeit zu erwerben, mit einer deutlich höheren Transparenz hinsichtlich der zugrunde liegenden Vermögenswerte.
Dieser Markt hat sich in den letzten Jahren stark entwickelt. Er spielt heute eine strategische Rolle, da er Liquidität in eine von Natur aus illiquide Anlageklasse hineinbringt und ein Instrument für das aktive Management nicht börsennotierter Exposures darstellt. Zum einen ermöglicht er bestehenden Investoren, ihre Allokationen anzupassen, ohne bis zum Ablauf der Fondsdauer warten zu müssen, vorbehaltlich der Marktbedingungen und der Qualität der betreffenden Vermögenswerte. Zum anderen ermöglicht er neuen Kunden, in bereits investierte Portfolios zu investieren, potenziell mit einer abgeschwächten J-Kurve und einem attraktiven Risiko-Rendite-Profil.
Die Fundraising-Aktivitäten und das Transaktionsvolumen haben im Laufe der Jahre immer wieder Rekorde gebrochen. Mehrere Faktoren erklären dieses Wachstum. Die strukturelle Zunahme von Private Equity in den Allokationen sowohl institutioneller Investoren als auch privater Kunden bildet einen ersten Treiber. Mehr Primärfonds bedeuten mechanisch einen höheren Rotationsbedarf und damit mehr Chancen am Sekundärmarkt. Regulatorische Vorgaben veranlassen insbesondere institutionelle Investoren, ihre Quoten zu optimieren und die durchschnittliche Laufzeit ihrer Engagements zu reduzieren. Schließlich haben steigende Zinssätze und das Abschmelzen der Distributionszahlungen seit 2022 den Liquiditätsbedarf noch verschärft.
Investoren, die darauf angewiesen waren, die Cashflows der Fonds zur Finanzierung neuer Engagements zu verwenden, nutzen jetzt den Sekundärmarkt, um Spielräume freizusetzen.
Der Sekundärmarkt hat sich lange Zeit um signifikante Abschläge gegenüber dem Buchwert der Vermögenswerte entwickelt. Heute ist der Markt deutlich anspruchsvoller: Die besten Portfolios werden mit nur geringen Abschlägen oder gar ohne Abschlag gehandelt, wenn es einen starken Wettbewerb unter den Käufern gibt. Im Gegensatz dazu bleiben bei stark diversifizierten Portfolios oder solchen mit stärker unterschiedlichen Vermögenswerten die Abschläge stärker, insbesondere wenn der Verkäufer unter Zeitdruck steht.
In jedem Fall bestimmt die Qualität und Granularität des Portfolios, die Glaubwürdigkeit der zugrunde liegenden Manager und der Reifegrad der Vermögenswerte den Preis.
Nach Alexandre Siclet kann ein Abschlag als „die Kirsche auf der Torte“ gesehen werden, das Wichtigste bleibe jedoch die Qualität der Zutaten und das Talent des Konditors.
Darüber hinaus gewinnen GP-led-Transaktionen auf dem Sekundärmarkt an Bedeutung. Dabei organisiert ein General Partner (GP) selbst eine Sekundärlösung, um die Haltedauer bestimmter Aktiva zu verlängern, oft über ein Vehikel, das als „Continuation Vehicle“ bezeichnet wird. Die bestehenden Investoren haben dann die Wahl, in der Transaktion zu bleiben oder ihre Anteile an Sekundärkäufer zu verkaufen. Im Gegensatz zu klassischen LP-led Transaktionen, die hauptsächlich durch die Liquiditätsbedürfnisse der Investoren motiviert sind, folgt GP-led eher einer industriellen Logik: Der Manager geht davon aus, dass er über mehrere weitere Jahre zusätzlichen Wert schaffen kann.
Die Integration des Sekundärmarktes in eine Allokation kann mehrere Ziele erfüllen. Mit einer einzigen Investition erhält ein Kunde Zugriff auf ein Portfolio, das bereits aus Hunderten, ja Tausenden von Unternehmen besteht und besser diversifiziert ist als ein klassischer Primärfonds. Im Gegensatz zum Primärmarkt, wo man „im Blindflug“ investiert, bietet der Sekundärmarkt Transparenz über die zugrunde liegenden Vermögenswerte. Die Abschläge, sofern vorhanden, sowie der reduzierte Reifegrad der Vermögenswerte können ein attraktiveres Risiko-Rendite-Paar ermöglichen. Schließlich erhalten sekundäre Investoren in der Regel ihre ersten Ausschüttungen früher als im Rahmen einer Primärinvestition.
Ces éléments reposent sur une analyse générale du marché secondaire et ne constituent pas une recommandation d’investissement.
Wie bei jeder Investition mit Risiken ist es ratsam, sich an seinen Berater zu wenden, mit dem der Investor sorgfältig mehrere Punkte analysieren sollte, insbesondere das Managementteam, dessen Erfahrung, das bereits realisierte Transaktionsvolumen und dessen Track Record, sowie die Strategie des Fonds, seine Geografie, die Größe der Zielgesellschaften und die betroffenen Sektoren. Die Verwaltungsgebühren und die Laufzeit der Fonds sind ebenfalls wichtige Kriterien, auf die man achten sollte.
