RealAdvisor: 2026-Prognosen nach oben revidiert

„Die Preiswachstumsprognose für 2026 liegt nun bei rund 3,0%“, betont Jonas Wiesel, Mitbegründer der digitalen Immobilienbewertungsplattform in der Schweiz.
  • Dynamisches Wachstum: Die Preise für Wohnungen in der Schweiz sind im ersten Quartal 2026 um 1,4% gestiegen, wodurch der jährliche Anstieg 4,1% erreicht, im Vergleich zu 2,8% bei Häusern.
  • Aufschwung der Romandie und Graubünden: Das Preiswachstum verlagert sich auf die Agglomerationen der Romandie und kantonal in Graubünden.
  • Anhaltender Engpass: Trotz Überschreitung der Schwelle von 52.000 Baugenehmigungen im Jahr 2025 ist die Anzahl der verfügbaren Objekte auf weniger als 40.000 gesunken.

Höher korrigierte Prognosen: RealAdvisor hat seine jährliche Wachstumsprognose für Immobilienpreise für das Gesamtjahr 2026 auf 3,0% nach oben angepasst.

RealAdvisor, die führende digitale Bewertungsplattform für Immobilien in der Schweiz, veröffentlicht ihr Quartalsbarometer für den Wohnungsimmobilienmarkt im ersten Quartal 20261. Es zeigt zu Jahresbeginn eine robuste Marktdynamik: Die Preise für Wohnimmobilien in der Schweiz steigen weiterhin. Allerdings steigen die Preise von Wohnungen deutlich schneller als die von Einfamilienhäusern, in einem Umfeld historisch niedriger Zinsen und einer weiterhin knappen Angebotssituation.

Ein reales Wachstum getragen von den Wohnungen

Im ersten Quartal 2026 stiegen die Preise für Wohnungen in der Schweiz um 1,4%. In den vergangenen zwölf Monaten beläuft sich der Anstieg auf 4,1%, was zum dritten Mal in Folge eine Wachstumsdynamik bestätigt, die schneller ist als der Kurs der Einfamilienhäuser. Letztere stiegen im Quartal um 0,7% und im Jahresvergleich um 2,8%. Bei einer Inflationsrate von lediglich 0,1% spiegeln diese Zuwächse eine reale Wertentwicklung des Schweizer Immobilienbestandes wider.

Regionale Dynamik: Die Romandie und Graubünden führen das Feld an

Das erste Quartal markiert eine Verlagerung des Preiswachstums in die Romandie und die alpinen Regionen, während Zürich und Zug das Ende des Jahres 2025 dominiert hatten. Der Barometer zeigt nun deutlich unterschiedliche lokale Trends.

Die Agglomerationen der Romandie verzeichnen einen echten Preisanstieg. Sitten führt die Rangliste mit dem stärksten quartalsweisen Anstieg der Wohnungspreise an (+2,3%), gefolgt von Neuenburg (+1,8%) und Freiburg (+1,6%). Im Segment der Einfamilienhäuser belegt Genf den ersten Platz mit einem Anstieg von 1,4%, knapp vor Neuenburg und Luzern (jeweils 1,2%). Umgekehrt verzeichnet Lugano als einzige Großagglomeration einen leichten Rückgang der Hauspreise (-0,2%), was bestätigt, dass es derzeit keinen Trendwechsel im Tessin gibt.

Gleichzeitig zeichnet Graubünden sich durch einen deutlichen Preisanstieg im Immobilienmarkt aus: In den vergangenen zwölf Monaten sind die Preise für Wohnungen dort um 8,9% gestiegen und die Preise für Häuser um 5,3%. Die kantonalen Daten für das erste Quartal 2026 bestätigen diesen Trend: Der stärkste Anstieg bei Wohnungen wurde in den Kantonen Graubünden (+2,7%), Wallis (+2,1%) und Basel-Stadt (+2,0%) verzeichnet. Bei Häusern waren Graubünden (+1,9%), Aargau (+1,4%) und Waadt (+1,3%) die wichtigsten Zuwächse.

Der Angebotsmangel als Hauptmotor

Die Transaktionsaktivität setzt sich allmählich fort, mit einem Zuwachs von +4,7% in den letzten zwölf Monaten, was eine nachhaltige Erholung nach den stärkeren Korrekturen von 2022 und 2023 bestätigt.

Trotz einer Zunahme der Baugenehmigungen, die 2025 die Marke von 52.000 überschritten hat (gegenüber 41.000 im Jahr 2023), bleibt das Angebot vor Ort unzureichend, um die Nachfrage zu decken. Eine deutliche Diskrepanz zwischen Statistik und Realität tritt zutage: Obwohl das Angebot auf dem Papier dank der gestiegenen Anzahl an Genehmigungen zu entspannen scheint, zeigt der Barometer einen erheblichen Engpass. Die Verzögerung zwischen dem Erhalt einer Genehmigung und der tatsächlichen Fertigstellung der Bauarbeiten beträgt bei Großprojekten inzwischen mehr als ein Jahr.

Diese Verzögerung, verbunden mit einem Rückgang des Lagerbestands verfügbarer Objekte (von 42.000 auf weniger als 40.000 Einheiten pro Quartal gemäß RealMatch360, dem Analysewerkzeug von RealAdvisor), hält den Markt unter extremer Spannung. Die Erholung im Baubereich wird den Markt erst in den kommenden Quartalen entlasten können. Diese Situation geht einher mit einem weiterhin starken Bevölkerungswachstum in Kantonen wie Basel-Stadt (+1,37%) und Wallis (+1,26%).

Die Schweiz, ein sicherer Hafen angesichts der Unsicherheiten

Jonas Wiesel, Mitbegründer von RealAdvisor, betont: „Jenseits der inneren wirtschaftlichen Fundamentaldaten wird der Schweizer Markt derzeit durch das internationale Umfeld gestützt. Die geopolitische Instabilität, insbesondere im Nahen Osten, stärkt die Rolle der Schweiz als sicherer Hafen. Dieses Phänomen kommt insbesondere dem Luxussegment in Genf, Zug, Zürich und in den Alpenorten zugute, das sich weitgehend unabhängig von den konjunkturellen lokalen Entwicklungen zeigt.“

Ausblick 2026: Prognose nach oben korrigiert auf +3,0%

Jonas Wiesel stellt fest: „Angesichts der aktuellen Daten korrigieren wir unsere Prognosen für das Gesamtjahr leicht nach oben. Der Jahresbeginn bestätigt die Wachstumsrichtung, und die Dynamik im Segment der Wohnungen ermutigt, den oberen Rand des ursprünglichen Rahmens anzustreben. Die Preiswachstumsprognose für 2026 liegt nun bei rund 3,0%. Die Finanzierungskonditionen bleiben äußerst attraktiv, mit einem SNB-Leitzins von 0,0% und festverzinslichen Hypotheken über 10 Jahre um ca. 1,4%. Trotz eines moderaten Wirtschaftswachstums (das BIP wird bei +1,0% erwartet) hält die Kombination aus verspätetem Angebot und starker Nachfrage den Markt in einer deutlich aufwärts gerichteten Tendenz.“

 

1https://realadvisor.ch/fr/blog/barometre-de-limmobilier-suisse-t1-2026

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