Schweizer Hypothekenmarkt: Die Hälfte der Erstkäufer nimmt Kredite bis zum zulässigen Höchstbetrag auf

„Es ist die arithmetische Folge eines Marktes, in dem die Preise strukturell schneller steigen als die Löhne und die Ersparnisse der Haushalte“, kommentiert Romain Dequesne, CEO von Resolve.

Nach dem Quartalsbericht von Resolve über den schweizerischen Hypothekenmarkt (Q2 2026) erreicht der mediane Anzahlungssatz der Erstkäufer einer Hauptwohnung 79,33%, was fast 12 Prozentpunkte über dem von der Schweizerischen Nationalbank für den gesamten Wohnimmobilienmarkt veröffentlichten Medianwert von 67,7% liegt.

Konkret leihen heute die Hälfte der Neukäufer Kredite bis zum Maximum dessen auf, was der aufsichtsrechtliche Rahmen zulässt.

„Es ist weder Spekulation noch eine Lockerung der Kreditvergabe, es ist die arithmetische Folge eines Marktes, in dem die Preise strukturell schneller steigen als die Löhne und die Ersparnisse der Haushalte“, kommentiert Romain Dequesne, CEO von Resolve. „Folge: Die Käufer finanzieren immer größere Anteile des Kaufpreises und erreichen schließlich die Obergrenze, die die Regulierung zulässt.“

Zinssätze unter geopolitischer Anspannung

Die Berichtsperiode war zudem von einer beispiellosen Volatilität seit 2022 geprägt: Der CHF-10-Jahres-Swap-Satz (IRS), der als Referenz für die Preisgestaltung des Festzinssatzes von Hypothekendarlehen dient, stieg zwischen Ende Februar und Mitte Mai um fast 40 Basispunkte, infolge der Eskalation im Nahen Osten und der Sperrung der Hormuz-Meerenge, bevor er nach der Ankündigung seiner Wiedereröffnung nahezu vollständig wieder fiel. Der 10-Jahres-Festzinssatz für Kunden lag im Quartalsdurchschnitt bei 1,71%, während der SARON eine mediane Marge von 1,00% beibehielt.

Bis zu 6.750 Franken Einsparungen durch Konkurrenz der Banken

Dieser Druck auf die Zinssätze geht einher mit einer erheblichen Preisstreuung zwischen den Kreditinstituten. Beim Festzinssatz von 10 Jahren beträgt die Differenz zwischen dem bestverhandelten Zinssatz dieses Quartals und dem am wenigsten wettbewerbsfähigen Angebot 75 Basispunkte, was bei einem Referenzdarlehen von 900.000 Franken Einsparungen von bis zu 6.750 Franken an jährlichen Zinskosten bedeuten kann. „In einem Markt, in dem jeder Kreditgeber seine Rentabilität heftig verteidigt, bleibt systematischer Wettbewerb das einzige wirklich greifbare Instrument für den Kreditnehmer, um diese Differenz zu nutzen“, fügt Romain Dequesne hinzu.

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