Die Schwellenländer profitieren von einem günstigeren makroökonomischen Umfeld, einem durch künstliche Intelligenz getriebenen strukturellen Wachstum und attraktiven Bewertungen gegenüber den Industrieländern. Gleichzeitig bieten Anleihen in lokaler Währung weiterhin attraktive Renditen und ein Potenzial für eine Aufwertung der Währung. Zusammengenommen verstärken diese Faktoren die Attraktivität von Aktien- und festverzinslichen Wertpapieren der Schwellenländer.
Ein günstigeres Umfeld
Nach mehreren Jahren der Underperformance rücken die Schwellenmärkte wieder in den Fokus der Investoren. Die Erhöhung der US-Zinsen, die Stärke des Dollars und eine anhaltende Inflation haben in einem Großteil des frühen Jahrzehnts 2020 ein schwieriges Umfeld sowohl für Aktien als auch für Anleihen geschaffen. Heute jedoch werden die Bedingungen günstiger.
Während die inflatorischen Drucke in vielen Schwellenländern nachlassen und die Geldpolitik sich der Neutralität annähert, verbessern sich die Wachstumsprognosen. Die Erwartung eines schwächeren US-Dollars lockert zudem die Finanzbedingungen und unterstützt die Währungen der Schwellenländer. Zusammengenommen bieten diese Entwicklungen risikoreichen Vermögenswerten ein Umfeld, das günstiger ist als in den vergangenen Jahren.
Die KI verändert die Chancen am Aktienmarkt
Investitionen in Schwellenländer beschränken sich schon lange nicht mehr auf Rohstoffe und kostengünstige Fertigung. Technologie ist zu einer der entscheidenden Merkmale dieser Anlageklasse geworden, wobei Asien eine zentrale Rolle in der globalen Wertschöpfungskette der Künstlichen Intelligenz spielt.
Taiwan und Südkorea haben sich als unverzichtbare Lieferanten von Halbleitern und High-End-Speicherchips etabliert, die KI-Anwendungen weltweit antreiben. China investiert weiterhin massiv in sein nationales KI-Ökosystem über Cloud-Computing, Software und digitale Plattformen, während der indische IT-Dienstleistungssektor, global wettbewerbsfähig, gut positioniert ist, um von der zunehmenden Einführung von KI in Unternehmen zu profitieren.
Diese strukturellen Trends zeigen sich in einer Verbesserung der Gewinnprognosen der Unternehmen. Die Technologie macht inzwischen einen bedeutenden Anteil am Aktienuniversum der Schwellenländer aus, was bedeutet, dass Anleger zunehmend langfristig in Innovation investieren statt in rein zyklisches Wachstum. Die Fortsetzung der Investitionen in KI-Infrastruktur und Digitalisierung sollte in mehreren Märkten ein treibender Wachstumsmotor der Erträge bleiben.
Diversifikation bleibt ein Vorteil
Trotz des wachsenden Einflusses der Technologie bleiben die Volkswirtschaften der Schwellenländer stark diversifiziert. Die Führung rotiert weiterhin zwischen Ländern und Sektoren, während demografische Trends, nationale Reformen und die Entwicklung globaler Lieferketten die Wachstumschancen neu definieren.
Indien profitiert weiterhin von einer günstigen Demografie und starker Binnenachfrage. Die technologische Führungsrolle Taiwans stärkt seine strategische Bedeutung innerhalb globaler Lieferketten, während bestimmte Sektoren in China weiterhin Chancen bieten, trotz anhaltender wirtschaftlicher Herausforderungen. Darüber hinaus bleibt das Ausmaß des Universums kleinerer Kapitalisierungen in diesen Ländern ein Schlüsselfaktor für die Dynamik der nationalen Märkte und das langfristige Wachstumspotenzial.
Diese Diversität hebt die Vorteile einer globalen Exponierung gegenüber einer ausschließlichen Länderausrichtung hervor.
Auch Bewertungen bleiben günstig. Selbst nach der jüngsten Erholung werden Schwellenländeraktien weiterhin mit einem Abschlag gegenüber vielen Industrieländern gehandelt, trotz der verbesserten Ergebnisaussichten.
Für langfristig orientierte Anleger ergibt diese Kombination aus attraktiven Bewertungen und strukturellem Wachstum eine überzeugende Gelegenheit.
Festverzinsliche Wertpapiere stellen eine weitere Opportunität dar
Die Verbesserung des makroökonomischen Umfelds kommt auch Anleihen der Schwellenländer in lokaler Währung zugute. Viele Zentralbanken der Schwellenländer haben ihre Geldpolitik früher gestrafft als ihre Pendants in den entwickelten Märkten, was dazu beigetragen hat, die Inflation zu zähmen und gleichzeitig positive reale Zinssätze zu halten.
Infolgedessen können Anleger weiterhin attraktive Renditen auf vielen Staatsanleihen in lokaler Währung erzielen. In Zeiten, in denen Anleger in Anleihen der Industrieländer mit anhaltenden Bedenken über hohe Haushaltsdefizite und Inflation kämpfen, weisen die Schwellenländer oft solidere Fundamentaldaten auf.
Es ist wichtig zu beachten, dass die lokale Währung zwei potenzielle Renditequellen bietet. Anleger profitieren nicht nur von relativ hohen laufenden Einkommen, sondern auch von der Möglichkeit einer Aufwertung der Währung, falls der US-Dollar weiter an Wert verliert. Historisch haben Perioden einer Dollar-Schwäche oft die Währungen der Schwellenländer gestützt und die Renditen internationaler Anleger erhöht, während sie gleichzeitig die nationale wirtschaftliche Stabilität stärken.
Stärkere Anlageargumente
Geopolitische Risiken und Handelskonflikte bleiben wichtige Faktoren, die berücksichtigt werden müssen, und Phasen von Marktturbulenzen sind unvermeidlich. Dennoch gehen die heutigen Schwellenmärkte diese Umfeld in einer deutlich stabileren Position an als in früheren Zyklen. Robuste politische Rahmenbedingungen, solidere makroökonomische Fundamentaldaten und eine zunehmende Exposition gegenüber langfristigen Wachstumsthemen wie künstliche Intelligenz haben die Argumente für Investitionen sowohl in Aktien als auch in festverzinsliche Wertpapiere erweitert.
Für Anleger, die eine Diversifikation jenseits der Industrieländer suchen, verdienen Schwellenmärkte eine erneute Aufmerksamkeit. Attraktive Bewertungen, strukturelles Gewinnwachstum, interessante Anleiherenditen und die Verbesserung der makroökonomischen Bedingungen deuten insgesamt darauf hin, dass diese Anlageklasse gut positioniert ist, um eine größere Rolle in langfristigen Portfolios zu spielen.
