Der S&P 500 hat am 13. August 2026 ein historisches Hoch erreicht, ebenso der Nasdaq-100-Index und der MSCI USA-Index. Seit seinem Tiefstand am 9. März 2009, während der Finanzkrise nach dem Zusammenbruch des Subprime-Hypothekengeschäfts in den USA, verzeichnete der S&P 500 eine eindrucksvolle Steigerung von 1.053 %, was zu den stärksten Hausse-Märkten in der Geschichte der US-Aktien zählt.
Mit anderen Worten wird 1 USD, investiert zum Tiefststand von März 2009, im August 2026 zu 11,53 USD (ohne Dividenden); das entspricht einer annualisierten Rendite von 15,0% pro Jahr über mehr als 17 Jahre hinweg – eine außerordentliche Leistung. In Schweizer Franken beträgt diese kumulative Rendite 714%, oder 12,8% annualisiert, eine Differenz, die auf den deutlich fallenden USD/CHF-Wechselkurs im Zeitraum zurückzuführen ist.
Berechnet in Gold beträgt dieselbe kumulative Rendite jedoch…138%, also 5,2% pro Jahr. Der Goldpreis in USD ist während dieses gleichen Zeitraums tatsächlich um 372% gestiegen, was einer annualisierten Rendite von 9,4% entspricht.
Der Unterschied zwischen nominalen Renditen in Dollar und Renditen in Gold, vielleicht die einzige echte Währung (also weltweit anerkannt, aber von Regierungen nicht gedruckt), ist auffällig. Er ermöglicht vor allem das Aufdecken einer doppelten Verwundbarkeit: der Rekordverschuldung der Staaten und der strukturellen Schwäche des US-Dollars. Willkommen in einer Welt, in der die Leitwährung still und heimlich ihren Kaufwert verliert, während alle Währungen gegeneinander abwerten. Kurz gesagt, dieses allmähliche Wertverlust erinnert stark an den berühmten Refrain von Imagination, aus dem Jahr 1982: „It’s Just an Illusion“. Eine Referenz, die insbesondere in einer Welt widerhallt, in der nominale Renditen manchmal eine viel dichtere Realität verschleiern.
Die Verschuldung ist zu einem der zentralen wirtschaftspolitischen Anliegen geworden. Seit der Finanzkrise 2008, gefolgt von der Covid-Pandemie, haben Regierungen ihre Ausgaben massiv erhöht, um ihre Wirtschaft zu stützen. Diese Strategie hat geholfen, tiefere Rezessionen zu vermeiden, führte aber auch zu einer historischen Verschuldung.
In den USA hat die Staatsschuld die Marke von über 38.000 Milliarden Dollar überschritten (sie betrug Ende 2009 rund 11.880 Milliarden), was einem Schuldenstand-zu-BIP-Verhältnis von etwa 125% entspricht. Die Haushaltsdefizite bleiben sehr hoch, während die Wirtschaft nahe Vollbeschäftigung liegt – eine ungewöhnliche Situation in der modernen Wirtschaftsgeschichte. In mehreren entwickelten Ländern treiben demografische Alterung, wachsende Sozialausgaben und Investitionen im Zusammenhang mit der Energiewende weiterhin den Finanzierungsbedarf an.
Das Problem ist umso sensibler, da die Zinssätze heute deutlich höher sind als im Jahrzehnt nach der Subprime-Krise. Ein wachsender Anteil der Steuereinnahmen entfällt nun auf die Zinszahlungen der Schulden, wodurch Ressourcen für andere wirtschaftliche Prioritäten reduziert werden.
Gleichzeitig befindet sich der US-Dollar im Abwärtstrend. Seit mehreren Jahren stellen internationale Investoren Fragen zur Haushaltsführung der Vereinigten Staaten und zu den langfristigen Folgen chronischer Defizite.
Traditionell profitiert der Dollar von seinem Status als führende globale Währung. Er macht nach wie vor den Großteil der Devisenreserven der Zentralbanken aus und steht im Zentrum des internationalen Finanzsystems. Dennoch beginnen einige Faktoren, diese dominierende Position allmählich zu erodieren.
Einerseits führt die fortlaufende Zunahme der US-Verschuldung dazu, dass einige Investoren eine höhere Risikoprämie verlangen, um den US-Schatz zu finanzieren. Andererseits suchen mehrere Schwellenländer danach, ihre Abhängigkeit vom Dollar in ihren Handelsgeschäften und ihren internationalen Reserven zu reduzieren.
Auch wenn derzeit kein glaubwürdiger Konkurrent zu existieren scheint, der den Dollar weltweit ersetzen könnte, deutet die allmähliche Diversifizierung der internationalen Reserven auf ein Signal, das die Märkte aufmerksam beobachten.
Die Verbindung von hoher Verschuldung und schwachem Dollar kann problematisch werden. Ein schwächerer Dollar verteuert Importgüter und könnte inflatorische Drucke verstärken. Falls die Inflation wieder steigt, könnte die Federal Reserve gezwungen sein, die Zinsen länger hoch zu halten.
Oder dauerhaft hohe Zinsen erhöhen wiederum die Finanzierungskosten der US-Staatsverschuldung. Dieser Mechanismus erzeugt einen Teufelskreis: Mehr Schulden bedeuten mehr Zinszahlungen, was die Defizite weiter erhöht und die Zweifel an der Tragfähigkeit der öffentlichen Finanzen schürt.
Für Investoren ist dieses Umfeld besonders komplex. Die Aktienmärkte werden durch das Gewinnwachstum der Unternehmen und den Aufschwung neuer Technologien getragen. Allerdings sind die Bewertungen hoch und die Konzentration der globalen Indizes extrem.
Anleihen bieten nun attraktivere Renditen als in den 2010er-Jahren, bleiben aber dem Zinsrisiko ausgesetzt, falls die Haushaltsdefizite weiterhin zunehmen.
In einem Umfeld, in dem die Verschuldung schneller wächst als der Reichtum, gewinnen Gold und Rohstoffe an strategischer Relevanz. Ihr Hauptvorteil besteht darin, keinem Emittenten oder keiner staatlichen Signatur zu unterliegen und so einen wertvollen Schutz gegen die schleichende Abwertung von Währungen und die unaufhörliche Verschuldung zu bieten. Mit einer Gold-Allokation von weiterhin unter 3% in westlichen institutionellen Portfolios bleibt das Aufwärts-Potenzial einer Neuausrichtung bedeutend. Mehr denn je müssen nominale Renditen mit Vorsicht interpretiert werden. Wie Imagination sang: „It’s Just an Illusion“.
1 US-Schuldenstand nach Jahr (1940–2025) – Historische Daten & Download | US-Debt-Clock.com
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