Die Kapazität der Rechenzentren in der Schweiz könnte sich bis 2030 fast verdoppeln

CBRE Schweiz veröffentlicht die neuesten Trends und Zahlen zum Markt für Rechenzentren in der Schweiz.

Die aktuell verfügbare Kapazität auf dem Schweizer Rechenzentrummarkt, abgesehen von Infrastrukturen, die im Eigenbetrieb genutzt werden, beläuft sich auf 340 MW und ist auf 121 Standorte verteilt. Diese erstrecken sich über eine insgesamt gebaute Fläche von etwa 428.000 m², davon 229.000 m² IT-Nutzfläche (oder „White Space“).

Ungefähr 61% der gesamten Kapazität der Schweiz, das sind 209 MW, konzentriert sich derzeit in der Region Zürich. Diese zieht verschiedene Entwickler und internationale Betreiber von Rechenzentren an, die in der Regel von Private-Equity-Fonds finanziert werden. Diese Akteure haben mehrere Standorte eingerichtet, die als „Verfügbarkeitszonen“ bezeichnet werden, in den Kantonen Zürich, Aargau und Schaffhausen, für ihre Hauptmieter. Die Genferseeregion (Kantone Genf und Waadt) umfasst ihrerseits 60 MW, das entspricht 18% der Kapazität des Landes.

Eine dreistellige Wachstumsrate in der Region Zürich zu erwarten, lediglich einstellige Werte für die Genferseeregion

Angesichts des hohen Rechenleistungbedarfs der Cloud-Service-Anbieter und der KI-Anwendungen dürfte die Nachfrage nach geeigneten Standorten in den kommenden Jahren stabil bleiben. Die kurzen Latenzzeiten und die geographische Nähe der Rechenzentren zueinander verstärken die Effekte: Insbesondere in der Region Zürich, wo sich bedeutende Knotenpunkte für Telekommunikation und Internet konzentrieren; es wird daher ein regionales Wachstum von 274 MW prognostiziert, um 483 MW (+131%) bis 2030 zu erreichen. Für die gesamte Schweiz dürfte die Kapazität damit von 340 MW auf 626 MW im gleichen Zeitraum steigen.

Die Genferseeregion, die zweitgrößte Datencenter-Region der Schweiz, verzeichnet hingegen ein deutlich langsameres Wachstum (+8% bis 2030) und beschränkt sich überwiegend auf Colocation-Nutzungen, da es an maßgeschneiderten Entwicklungen für Hyperscaler-Mieter wie in Zürich fehlt. Die weniger etablierten Standorte und die kleinen Colocation-Betreiber sehen sich der Herausforderung gegenüber, ausreichende Skaleneffekte zu realisieren und ihre Marktposition langfristig zu halten. Gleichzeitig erfährt ein bedeutender Teil des Schweizer Rechenzentrumsbestand, der sich im Eigentum von Unternehmen befindet, seit mehreren Jahren einen fortlaufenden Prozess der Ausgliederung und Veräußerung.

Die Bedeutung der regionalen Strom- und Wasserversorgung wird weiter zunehmen

Der Rechenzentrummarkt in der Schweiz bleibt insgesamt von einer starken Nachfrage getragen, sieht sich jedoch zunehmend Engpässen bei Angebot und Infrastruktur gegenüber, insbesondere in der Region Zürich. Zukünftig wird der Wert eher von der Verfügbarkeit von Strom und Wasserressourcen zum Kühlen abhängen als von der bloßen Verfügbarkeit von Standorten oder Flächen. Zudem wird es darauf ankommen, über die notwendigen technischen Kapazitäten zu verfügen, um KI-Anwendungen betreiben zu können, sowie die Erhöhung der bebaubaren Dichte und einen regulatorischen Rahmen zu haben, der mit der Ansiedlung von Rechenzentren kompatibel ist.

 

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