Der Software-Sektor durchläuft eine Phase erheblicher Volatilität, wobei der Markt von der Frage „wer von KI profitieren wird“ zur Frage „wer davon gestört wird“ übergeht. Die Beschleunigung des Tempos der Fortschritte, noch stärker als die Technologie selbst, hat die Unsicherheit genährt. Nach Marktdaten stiegen die Bewertungen von Software von rund 10-mal Umsatz vor einem Jahr auf etwa 3,5–4-mal heute. Im Morningstar LSTA Leveraged Loan-Index haben sich die Spreads für Software in diesem Jahr um mehr als 200 Basispunkte auseinandergezogen.
TAlle Unternehmen sind jedoch nicht gleichermaßen exponiert: Untersektoren wie Cybersicherheit oder Infrastruktur zeigen sich widerstandsfähiger. Eine sorgfältige Beobachtung stabiler Cashflows und der Fähigkeit, die Schuldendienstpflichten zu bedienen, ermöglicht es, Unternehmen, die bedroht sind, von jenen zu unterscheiden, die gut positioniert sind, um von KI zu profitieren. Wenn die Re-Evaluierung breit statt selektiv war, können Einstiegspunkte entstehen. Langfristig dürfte KI Produktivität und Wachstum unterstützen.
Die Spannungen im Nahen Osten belasten indes den Ölmarkt, und zwar durch die Unsicherheit hinsichtlich der Sicherheit maritimer Transporte und Handelswege. Die Straße von Hormus, der wichtigste Passageweg des weltweiten Energiesystems, steht im Fokus, wobei Europa insbesondere durch Raffinerieprodukte exponiert ist. Der Markt neigt jedoch dazu, über die Volatilität hinwegzusehen, wenn sie sich in Wochen statt in Monaten bemisst.
Während der Energiekrise und der Covid-Pandemie hat die mark-to-market-Volatilität von CLO BB die tatsächlichen Kreditausfälle deutlich übertroffen.
Gezielte Volatilität
Auf der Oberfläche deutet der Kreditindex eine Kaufgelegenheit nahe zwei Punkte unter den Niveaus Ende 2025 an. Doch der Spread-Abstand hat sich auf Sektoren konzentriert, die von KI-Sorgen betroffen waren, und in geringerem Maße vom geopolitischen Umfeld; am stärksten betroffen waren Baustoffe, Chemie, IT-Dienstleistungen und Software. Andere Sektoren bleiben nahe ihrer engen Spreads oder unter ihrem Durchschnitt. Einige CLO-Manager haben ihre Exposition gegenüber volatilen Sektoren zugunsten der weniger betroffenen reduziert, was die Preise stützte.
CLO BB-Schulden: eine Strukturprämie
Dies ist zweifellos der Segment, das für einen langfristigen Investor am relevantesten ist. Seit der Finanzkrise hat sich die Reaktion auf die Volatilität entwickelt. Während der Energiekrise und der Covid-Pandemie hat die mark-to-market-Volatilität von CLO BB die tatsächlichen Kreditausfälle deutlich übertroffen. Das Preisrisiko bleibt bestehen, aber geduldige Anleger, die der Buy-and-Hold-Strategie folgen, wurden in der Regel belohnt gegenüber jenen, die gezwungen waren, zu deprimierten Kursen zu verkaufen. Neuere Episoden haben zudem moderatere Rückgänge erfahren.
CLO BB-Schulden, Kredite und High Yield weisen alle Ratings unter dem Investment-Grade auf, unterscheiden sich jedoch in ihren Profilen. Die Spread-Differenz zwischen CLO-BB und den beiden anderen Kategorien, oft 250 bis 500 Basispunkte, bildet die Komplexitäts- oder Strukturprämie, deren Erfassung im Kern der Anlagethese steht. Seit der Finanzkrise haben CLO-BB im Gesamtertrag gegenüber Krediten und High Yield übertroffen: Die anfänglich breitere Spanne kompensiert vorübergehende Rückgänge und eine moderate Ausfallrate.
CLO Equity: der Abschlags-Effekt
Die Rendite des CLO-Equity ergibt sich aus der Arbitrage zwischen dem Ertrag des Kreditportfolios und den Kosten der Passiva. Wenn Kredite unter dem Nennwert gehandelt werden, kann ein Manager sie mit einem Abschlag erwerben, während die Passivstruktur auf dem Nominalwert bleibt. Zur Veranschaulichung entspricht ein Portfolio im Wert von 400 Millionen, das zu einem Durchschnittspreis von 97 erworben wurde, einem Zahlungsmittelabfluss von ca. 388 Millionen, wird aber in den strukturellen Tests weiterhin als Nominalwert von 400 Millionen behandelt. Dieser integrierte Wert kommt dem Equity im Lauf der Zeit zugute. In den letzten Wochen hat sich das CLO-Arbitrage zum ersten Mal seit dem „Liberation Day“ von 2025 ausgedehnt.
Auf dem Sekundärmarkt neigt der Equity-Wert, wenn die Kreditpreise fallen, tendenziell stärker zu sinken als die tatsächliche Verschlechterung des Portfolios. Das Instrument bleibt illiquide; bei Risikoaversion zieht sich die Nachfrage zusammen, während Verkäufer bestehen bleiben und der Preis von seinem inneren Wert abweicht. Darüber hinaus hat das Aufkommen öffentlicher Fonds und spezialisierter CLO-Fonds den Zugang zu diesem Markt für eine breitere Kundschaft erleichtert.
