EZB: Status quo im Juli erwartet – alle Optionen offen

Morgen, während der Einlagezinssatz voraussichtlich bei 2,25 % unverändert bleibt, wird Christine Lagarde mit Sicherheit den hohen Grad an Unsicherheit betonen, der die Aussichten belastet.

Bei ihrer Sitzung am 23. Juli erwarten wir, dass die Europäische Zentralbank (EZB) ihren Einlagezinssatz unverändert bei 2,25 % belässt, wie dies weithin erwartet wird, ohne wesentliche Änderungen an ihrer geldpolitischen Mitteilung.

Seit der Sitzung im Juni haben die Daten der Eurozone insgesamt überwiegend positiv überrascht, mit einer etwas stärkereren wirtschaftlichen Aktivität und einer moderateren Inflation. Trotz der Verschärfung der Spannungen im Nahen Osten und des Drucks auf die Energiepreise bleiben wir unter den Basissannahmen, die im Juni formuliert wurden, und die Anzeichen für Zweitrundeneffekte bleiben begrenzt.

Die Präsidentin der EZB, Christine Lagarde, dürfte nicht viele Hinweise auf die zukünftige Richtung der Geldpolitik geben, um maximale Flexibilität für die kommenden Sitzungen zu bewahren. Sie sollte den hohen Grad an Unsicherheit betonen, der die Aussichten belastet, und erneut bekräftigen, dass die Geldpolitik von den Wirtschaftsdaten abhängt und Sitzung für Sitzung festgelegt wird.

Über die nächste Woche hinaus werden die Entwicklungen im Nahen Osten und deren Auswirkungen auf die Energiepreise weiterhin Schlüsselfaktoren für die geldpolitischen Perspektiven bleiben. Eine weitere Zinserhöhung im September kann bei der Veröffentlichung der aktualisierten Projektionen des EZB-Staff nicht ausgeschlossen werden. Die Märkte rechnen weiterhin mit einer zusätzlichen Straffung von rund 44 Basispunkten bis Ende 2026.

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