Warum in sichere Anleihen investieren

Zwischen Sicherheit, Rendite und Resilienz erweisen sich gedeckte Anleihen als glaubwürdige Ergänzung zu Staatsanleihen.

 

Wir leben in einer Ära kumulierter Turbulenzen. Geopolitische Entwicklungen, haushaltspolitische Dynamiken und Änderungen der Zinsprognosen zwingen Investoren dazu, ihre Allokationen neu zu bewerten und stärker zu diversifizieren. In diesem Kontext ziehen hochwertige Vermögenswerte — in erster Linie Staatsanleihen — natürlicherweise Aufmerksamkeit auf sich.

Dennoch bietet sich jenseits der bekanntesten Anlageklassen oft eine oft übersehene Chance. Europäische gedeckte Anleihen verbinden die von konservativen Investoren gesuchte Sicherheit mit der im aktuellen Umfeld geforderten Rendite.

Doppelter Schutz, überlegene Struktur

Gedeckte Anleihen bieten heute eine seltene Kombination aus struktureller Sicherheit, regulatorischer Solidität und attraktiver Rendite. Sie werden von einer Hypothekenbank oder einem Hypothekenfinanzierer emittiert und durch einen eigens dafür vorgesehenen Pool hochwertiger Vermögenswerte gedeckt — in der Regel Wohnhypothekendarlehen oder Forderungen aus dem öffentlichen Sektor — und bieten eine doppelte Absicherung: erstens die finanzielle Stabilität des Emittenten, dann im Falle eines Ausfalls auf einen rechtlich geschützten und überkollateralisierten Vermögenswertpool.

Diese doppelte Absicherung führt viele Investoren dazu, sie als überzeugende Alternative zur Staatsverschuldung zu betrachten — ein vergleichbares Sicherheitsniveau bei deutlich höherer Rendite.

Diese strukturelle Überlegenheit wird durch einen freundlichen regulatorischen Rahmen gestärkt: gedeckte Anleihen werden als sehr liquide Vermögenswerte anerkannt, die wenig Kapital binden und im Falle einer Abwicklung des Emittenten vor Bail-in geschützt sind.* Zusätzlich zur über zwei Jahrhunderte währenden Geschichte der europäischen gedeckten Anleihen wurde bislang kein Ausfall verzeichnet — eine empirische Tatsache, die in den anderen Kreditklassen ihresgleichen sucht.

Resilienter als Staatsanleihen, wenn es darauf ankommt

Im Gegensatz zu Unternehmensanleihen, deren Spreads von den Fundamentaldaten der Kreditwürdigkeit und von Ergebniszyklen abhängen, werden die Spreads gedeckter Anleihen vor allem von technischen Faktoren wie Angebotsdynamik beeinflusst. Sie neigen dazu, sich in Bullenmärkten enger zu ziehen und in Stressphasen weiter auseinanderzuziehen, bleiben aber insgesamt stabiler.

Diese Resilienz geht sogar über Unternehmensanleihen hinaus. In Zeiten geopolitischer Spannungen haben sich deren Spreads oft als stabiler erwiesen als jene der Staatsanleihen, die durch Zuflüsse in sichere Anlagen, Haushaltsbedenken oder Veränderungen des Staatsrisikos beeinflusst wurden. Die jüngsten Spannungen im Nahen Osten sind ein Beispiel: Die Spreads souveräner Anleihen waren volatil, während gedeckte Anleihen insgesamt stabil blieben.

Spreads über dem historischen Durchschnitt, während nur wenige andere Anlageklassen darüber liegen

Abgesehen von ihren strukturellen Eigenschaften bieten gedeckte Anleihen derzeit einen attraktiven Einstiegspunkt. Während sich die Spreads von Investment-Grade-Krediten auf historisch engen Niveaus bewegen — unter Berücksichtigung eines optimistischen makroökonomischen Szenarios — bleiben die Spreads gedeckter Anleihen deutlich über ihrem Zehnjahresdurchschnitt. Sie erscheinen daher attraktiv, sowohl im Vergleich zu ihrer eigenen Geschichte als auch zu anderen Obligationen-Segmenten. Das technische Umfeld stärkt diese Feststellung. Der Markt dürfte 2026 ein moderates Ansteigen der Bruttoemissionen verzeichnen, hauptsächlich aufgrund höherer Rückführungsvolumen statt erhöhter Finanzierungsbedarfe.* Diese Rückzahlungen stützen die Nachfrage nach Reinvestitionen, während das Nettoangebot begrenzt bleiben und die Stabilität der Spreads unterstützen dürfte.

Ein Markt, der Expertise belohnt

Der europäische Markt für gedeckte Anleihen, auf rund 3.000 Milliarden Euro geschätzt, kann auch in schwierigen Phasen regelmäßige Renditen liefern.*

Dieser weiträumige und komplexe Markt vereint Hunderte von Emittenten in mehr als einem Dutzend Rechtsordnungen, mit unterschiedlichen Sicherheitenstrukturen und rechtlichen Rahmenbedingungen, was zu signifikanten Bewertungsunterschieden führt.

Relative Wertgelegenheiten bestehen in Skandinavien, Südeuropa und Osteuropa, aber auch in neueren Märkten außerhalb Europas, wie Kanada und Australien. Einige Ineffizienzen hängen weniger mit makroökonomischen Faktoren zusammen, sondern mit technischen Elementen wie Emissionskalendern, Beschränkungen durch Intermediäre oder temporären Angebotsungleichgewichten.

* ECBC: European Covered Bond Factbook 2024

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