Aktienstrategie: SpaceX-Börsengang als erster großer Musterfall

Trotz einer auf schätzungsweise 1,77 Billionen US-Dollar bewerteten Marktkapitalisierung könnte die anfängliche Gewichtung im Index überraschend gering ausfallen.

 

Die Projekte von SpaceX, dem von Elon Musk gegründeten Unternehmen, das sich auf Raketen, Satelliten, Breitbandkonnektivität und künstliche Intelligenz (KI) spezialisiert hat und darauf abzielt, den größten Börsengang aller Zeiten durchzuführen, gewinnen an Bedeutung. Nach dem S-1-Formular, das letzte Woche bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht wurde, hat SpaceX den Preis für seinen Börsengang auf 135 US-Dollar pro Aktie festgelegt, um damit rund 75 Milliarden US-Dollar zu beschaffen, ggf. bis zu 86 Milliarden, falls die Zeichner ihre Mehrzeichnungsoption ausüben. Dies würde SpaceX eine Bewertung von 1,77 Billionen US-Dollar verschaffen, was das Unternehmen zu einem der am höchsten bewerteten börsennotierten Unternehmen der Vereinigten Staaten machen würde.

Das Unternehmen von Elon Musk wäre zunächst nicht im S&P 500 enthalten.

Wenn SpaceX in alle Geschäftsbereiche stark investieren würde, sähe sie ihr größtes Wachstumspotenzial im Bereich der KI. SpaceX schätzt seinen gesamten potenziellen Markt auf 28.500 Milliarden US-Dollar, davon 26.500 Milliarden im Bereich KI. Auf den ersten Blick scheint ein Unternehmen dieser Größenordnung dazu bestimmt zu sein, zu einem wesentlichen Bestandteil aller Referenzindizes zu werden. Allerdings werden die Gewichtungen der Indizes durch die Marktkapitalisierung bestimmt, die an den Free Float angepasst ist, statt durch den Gesamtwert des Unternehmens. Laut dem S-1-Dossier wären zu Beginn nur 4,2% (4,9%, falls die Überzeichnungsoption ausgeübt wird) der SpaceX-Aktien frei handelbar. Dieses relativ geringe Free Float spiegelt den Willen des Managements wider, den Markt nicht mit Aktien zu überschwemmen, während die bestehenden Aktionäre die Kontrolle behalten können. Nach der neuen Nasdaq-Methodik profitieren Unternehmen mit niedrigem Free Float von einer Gewichtungsanpassung, die das Dreifache beträgt. Das bedeutet, SpaceX würde rechnerisch einen Free Float von 12,7% für Zwecke der Nasdaq-100-Gewichtung aufweisen. Auf Basis dieser Annahmen deuten unsere Berechnungen darauf hin, dass SpaceX in den Nasdaq 100 mit einer Gewichtung von ungefähr 0,73% aufgenommen würde.

Im Gegenzug wäre das Unternehmen zunächst nicht im S&P 500 enthalten, da börsennotierte Unternehmen mindestens 12 Monate an einer berechtigten Börse gehandelt werden müssen und weil es die minimale Free-Float-Anforderung von 10% des Index nicht erfüllen würde. Wenn diese Anforderungen gelockert worden wären, hätte SpaceX den S&P 500 mit einer geschätzten Gewichtung von rund 0,12% aufgenommen. Der entscheidende Punkt ist, dass die Gesamtbewertung nur einen Teil der Realität widerspiegelt. Für passive Investoren ist der Free Float mindestens ebenso wichtig wie die Marktkapitalisierung.

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