Die Mieten, deren Anstieg sich in den letzten Jahren verlangsamt hatte, drohen in den kommenden Monaten wieder zu steigen, insbesondere aufgrund der Auswirkungen des Krieges im Iran auf die Preise im Bausektor, warnte am Donnerstag die Raiffeisenbank.
Der Anstieg der Mietpreise im Wohnungsmarkt hat sich seit Anfang 2024 deutlich abgeschwächt, bedingt durch eine Abnahme der Migrationsströme, niedrige Zinssätze und eine quasi-Stagnation der Preise im Baubereich. «Vor allem die sinkende Nachfrage aus dem Ausland entspannt den Markt vorübergehend», stellten die Ökonomen der zweitgrößten Bank des Landes in ihrer Immobilienstudie fest.
In den ersten vier Monaten des Jahres verzeichnete die Schweiz einen jährlichen Rückgang der Zuwanderung um 10%. Der Zuwanderungssaldo betrug im Jahr 2025 etwa 75.000 Personen und dürfte dieses Jahr auf rund 68.000 sinken.
Im ersten Quartal haben sich die Mieten erneut um 0,9 % gegenüber dem Vorjahresquartal und um 0,23 % gegenüber dem vorangegangenen Quartal erhöht, was den niedrigsten Stand seit fast vier Jahren bedeutet.
Doch könnten mehrere Faktoren dazu führen, dass die Mieten wieder steigen. Der moderierende Effekt des Rückgangs des Referenz-Hypothekarsatzes sollte sich in naher Zukunft wohl abschwächen. Die Explosion der Energiepreise, eine Folge des Krieges im Nahen Osten, droht zudem, die Baupreise wieder nach oben zu treiben.
Baubau auf einem »historisch niedrigen Niveau«
Eine Steigerung der Ölpreise um 10% führt tatsächlich zu einer Erhöhung der Baukosten um 1%, erklärte Raiffeisen.
„Das sehr geringe Angebot und die zunehmende Zahl von Abonnements zu Suchdiensten deuten weiterhin auf einen starken Nachfrageüberschuss auf dem Mietmarkt hin. Historisch gesehen ist eine so niedrige Leerstandsquote stets mit deutlich höheren Mietsteigerungen verbunden“, sagte der Chefvolkswirt der Bank, Fredy Hasenmaile.
In der nationalen Durchschnitt lag die Leerstandsrate im letzten Jahr bei 1%, in Zürich sogar bei 0,5% und im Genferseegebiet 0,6%.
Trotz der sehr niedrigen Leerstandsquote befindet sich die Bautätigkeit auf einem historisch niedrigen Niveau. Raiffeisen erklärt diese Lethargie insbesondere durch die zunehmende Komplexität der Regulierung.
Die Bank hat zudem eine Verlängerung der Genehmigungsdauer für eine Baugenehmigung um 73% seit 2017 festgestellt. Im nationalen Durchschnitt hat sich die Genehmigungsdauer für ein Wohngebäude von durchschnittlich 162 auf 280 Tage erhöht.
