Sekundärmarkt für Private Kredite: Wachstumschance im Aufschwung

Der Sekundärmarkt für privates Kreditwesen hat die Schwelle eines Nischensegments deutlich überschritten. Diese Entwicklung wurde durch die Verlangsamung von Fusionen und Übernahmen zusätzlich verstärkt.

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Da privates Kreditwesen für die meisten institutionellen Anleger zu einer unverzichtbaren Allokation geworden ist, formt sich allmählich ein reifer Sekundärmarkt. Und seine Attraktivität nimmt weiter zu. Diese Entwicklung zeigte sich in einer Rekord-Kapitalzufuhr von 16,7 Milliarden US-Dollar auf dem Sekundärmarkt für Kredite im Jahr 2025 und übertraf das kumulierte Gesamtvolumen der drei vorangegangenen Jahre. Und dieser Aufwärtstrend dürfte sich fortsetzen.

Der Sekundärmarkt für privates Kreditwesen hat daher die Schwelle eines Nischensegments deutlich überschritten. Diese Entwicklung wurde zusätzlich durch die Verlangsamung von Fusionen und Übernahmen in den letzten zwei bis drei Jahren verstärkt, was mit einer Abnahme der Anzahl von Ausstiegen einherging. Der Sekundärmarkt wird zunehmend als zentrales Instrument des Portfoliomanagements genutzt, bietet Liquiditätslösungen für LPs und GPs und ermöglicht es Sekundärinvestoren, auf diversifizierte und gereifte Portfolios zuzugreifen und ihr Kapital schneller einzusetzen, in einer Zeit, in der Unsicherheit mehr Vermögenswerte in den Sekundärmarkt drängt. Im aktuellen Marktumfeld bleibt eine gründliche, stringente Prüfung der Unterlagen essenziell.

Jüngste Diskussionen über den Markt drehten sich um die Volatilität des privaten Kredits, insbesondere die Liquiditätsdynamik semi-liquider Vehikel und Wealth-Management-Kanäle, die zunehmende Aufmerksamkeit auf Software-Exposure und die Normalisierung der Ausfallraten nach den außergewöhnlich günstigen Covid-Jahren konzentrierten. Wir schätzen, dass diese Entwicklungen im Kontext betrachtet werden müssen.

Insbesondere die Unsicherheit rund um Wealth-Management-Vehikel hat zu Rückkaufdruck und technischen Veräußerungen geführt, oft unabhängig von der zugrunde liegenden Kreditqualität. Für Käufer auf dem Sekundärmarkt, die die Vermögenswerte tiefgehend analysieren können, ergaben sich daraus Kaufgelegenheiten zu attraktiven Abschlägen. Es ist wichtig zu beachten, dass dies unserer Einschätzung nach weniger eine Verschlechterung der Fundamentaldaten widerspiegelt, sondern vielmehr die Produktgestaltung, das Investorenverhalten und das Timing der Liquidität betrifft.

Im gleichen Zeitraum bleibt das Kernsegment des institutionellen privaten Kredits – Direktdarlehen im Mid-Market-Bereich, unterstützt durch Sponsoren (das heißt Darlehen, die an ein Mid-Market-Unternehmen vergeben werden, das sich im Eigentum einer Private-Equity-Gesellschaft befindet) – von soliden vertraglichen Konditionen, Erstkreditpositionen und einer aktiven Gläubigerüberwachung geprägt. Diese strukturellen Merkmale ermöglichen es den Kreditgebern, sich von Beginn an an die Kreditnehmer und Sponsoren zu binden und so Werte in Phasen von Spannungen zu schützen, statt erst dann zu handeln. Große institutionelle Kreditgeber sind zudem oft besser positioniert, bilaterale Finanzierungsvereinbarungen zu verhandeln und zu strukturieren, um Risiken weiter zu mindern.

Vor diesem Hintergrund erscheinen die Sekundärmärkte für Kredit als natürliche Nutznießer des aktuellen Umfelds. Sie können den sogenannten J-Kurve-Effekt nutzen, indem sie Investoren den Zugang zu reiferen Portfolios zu reduzierten Preisen ermöglichen, was zu schnelleren Cashflows, einer früheren Renditeerzielung und einer Verringerung der Starthemmschwelle gegenüber Primärinvestitionen führt.

Im Laufe des letzten Jahrzehnts haben sich die Portfolios des privaten Kredits weiterentwickelt, und damit ist auch der Flexibilitätsbedarf gestiegen. Sowohl LPs als auch GPs wenden sich zunehmend dem Sekundärmarkt zu, um den Aufbau ihres Portfolios zu managen, Expositionen neu auszubalancieren und ihren Liquiditätsbedarf zu decken.

Für Investoren bieten Sekundärmärkte mehrere Vorteile: Zugang zu gut etablierten Portfolios, bessere Transparenz der zugrunde liegenden Vermögenswerte und die Möglichkeit, Kapital schneller als in Primärfonds einzusetzen. Darüber hinaus ermöglichen die aktuellen Marktbedingungen Investoren signifikante Abschläge, und die Einstiegspreise können eine Sicherheitsmarge widerspiegeln, die auf Primärmärkten schwer zu erreichen ist – insbesondere für diejenigen, die über ein starkes Netzwerk und ein Primärportfolio verfügen, das ihnen Zugang zu guten Transaktionen verschafft.

Eine Strategie für sekundäre Kredite muss global gedacht werden: Hochwertige Portfolios gelangen unabhängig vom Marktumfeld auf den Sekundärmarkt, da Transaktionen sich fest als Instrument der aktiven Portfoliosteuerung für Investoren etabliert haben.

Die Perioden der Unsicherheit neigen jedoch dazu, das Volumen dieser Chancen zu erhöhen und gehen oft mit besonders attraktiven Einstiegskonditionen einher. Für Investoren, die sich auf die zugrunde liegenden Fundamentaldaten des Kredits konzentrieren und einen disziplinierten, langfristigen Ansatz verfolgen, kann das aktuelle Marktumfeld daher einen sehr günstigen Rahmen für die Kapitalallokation bieten.

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