Der Anstieg der Energiekosten erhöht den Druck auf die Facility-Management-Teams (FM). Genau in diesem Kontext können intelligente Gebäudetechnologien (Smart Building) Einsparungen ermöglichen und sogar neue Einnahmen generieren. Facility Manager sind aufgefordert, eine Schlüsselrolle bei der Erreichung der Ziele der Kohlenstoffneutralität zu spielen. Mehr als ein Drittel der weltweiten Treibhausgasemissionen ist direkt dem Gebäudesektor zuzurechnen.
Zu den Geräten wie HLK (Heizung, Lüftung, Klimatisierung) und Elektrizität, die von den FM-Teams überwacht werden, tragen wesentlich zu diesen Emissionen bei. Eine breitere Elektrifizierung von Heizung und Klimatisierung, verbunden mit ambitionierten Maßnahmen zur Energieeffizienz, kann einen echten Unterschied machen.
Während Facility Manager Nachhaltigkeit zu einer Priorität machen, müssen sie sich mit einem zunehmenden Wettbewerb um den Zugang zur Stromversorgung auseinandersetzen. Diese Spannung wird durch das Wachstum der Elektromobilität und die schnelle Expansion von Rechenzentren angeheizt. Die steigende Nachfrage nach Elektrizität übersteigt häufig die Kapazität der Netze und der Energieversorger, um eine stabile und zuverlässige Versorgung zu gewährleisten.
Die Vorgehensweise, wie Facility Manager Strategien zur energetischen Selbstversorgung erforschen, erweist sich als entscheidend, getragen von einer neuen Generation von Energiemanagementsystemen.
Diese Systeme haben sich deutlich weiterentwickelt, seit sie als einfache Überwachungswerkzeuge begonnen haben. Indem sie die von verschiedenen intelligenten Systemen gesammelten Daten integrieren: IoT-Sensoren, Zähler, Systeme der Gebäudetechniksteuerung (GTB), verfügen die Facility Manager nun über eine 360-Grad-Sicht auf ihren Energieverbrauch. Dies umfasst verschiedene Dienste, darunter Beleuchtung, HLK und Elektrizität, auf einem oder mehreren Standorten. Durch die Konsolidierung einer großen Menge detaillierter Daten kann ein Energiemanagementsystem Verbrauchstrends identifizieren und den Facility Managern konkrete Effizienz-Pfade empfehlen.
Diese bessere Sicht auf den gegenwärtigen und künftigen Verbrauch ermöglicht es, eine zentrale Frage zu beantworten: die Kapitalrendite. Eine Studie aus dem Jahr 2024 von 451 Research, im Vereinigten Königreich im Auftrag von Eaton durchgeführt, bestätigt, dass die Kapitalrendite ganz oben auf der Liste der Hindernisse steht, die bei der Einführung eines intelligenten Gebäudes genannt werden. Energiemanagementsysteme ermöglichen es, die energetische Selbstversorgung eines Gebäudes zu stärken und dabei Kosten zu senken, dank verbesserter Energieeffizienz.
Eine der Strategien besteht darin, die energetischen Investitionen von Gebäuden mit Energieerzeugung vor Ort und Batteriespeichersystemen finanziell zu bewerten. Auf diese Weise können neue Einnahmequellen geschaffen werden, die den ROI des Projekts verbessern. Für Facility Manager, die Multi-Building-Campus betreiben, ermöglichen fortschrittliche Software und Kommunikationstechnologien den Betrieb dezentraler Energieressourcen, wie Solarpaneele oder Batterien, wie ein echtes virtuelles Kraftwerk, das Angebot und Nachfrage an Energie autonom steuert.
Das Florian-Hotel, eine 150-Zimmer-Einrichtung, die in ein ehemaliges stillgelegtes Bürogebäude in der Nähe des Flughafens Schiphol (Niederlande) umgewandelt wurde, veranschaulicht gut, was möglich ist. Aufgrund eines begrenzten Netzanschlusses nutzt das Hotel ein Energiemanagement- und Optimierungssystem in Verbindung mit Solarmodulen und einem auf dem Gelände installierten Batteriespeicherpark.
Indem es Netzenergie oder überschüssige erneuerbare Energie in Zeiten geringer Nachfrage speichert, um sie zu Spitzenzeiten wieder freizugeben, überschreitet das Florian-Hotel nicht mehr die im Energievertrag festgelegten Obergrenzen. Die Energie wird nachts gespeichert, wenn die Nachfrage niedrig ist, und tagsüber genutzt. Die tagsüber durch die Solarpaneele erzeugte Energie wird weitgehend eigenverbraucht statt gespeichert. Diese Maßnahme hat sich so effektiv erwiesen, dass das Hotel neun Ladestationen für Elektrofahrzeuge den ganzen Tag über betreibt und Einnahmen daraus zieht. Insgesamt hat das Energiemanagement- und Optimierungssystem dem Hotel geholfen, seine CO2-Emissionen um 15 Tonnen pro Jahr zu reduzieren.
Der Nachahmung des Erfolgs des Florian-Hotels werden von den Marktbedingungen abhängen, insbesondere von der Möglichkeit, dass Gebäudebetreiber an Energiemärkten teilnehmen. Die Deregulierung des Elektrizitätssektors wird Gebäuden ermöglichen, eine aktivere Rolle als verteilte Energieproduzenten zu spielen. Politiken der Öffentlichkeit, die das Lastmanagement und den Einsatz von Energiespeichersystemen fördern, werden ebenfalls entscheidend sein. Sie werden eine breitere Einführung von Energiemanagementsystemen begünstigen, die den Verbrauch optimieren und während Lastspitzen Strom verkaufen können.
Durch die Verknüpfung von Energiemanagementsystemen, dezentraler Energieerzeugung und Speichersystemen verfügen Facility Manager heute über eine strategische Chance: Ihre Büro- oder öffentlichen Gebäude nach dem Modell „Building as a Grid“ zu transformieren. Ein vielversprechender Weg, um Energieleistung, Dekarbonisierung und langfristige finanzielle Rentabilität zu vereinen.
