Die Preise pro Quadratmeter von Zweitwohnsitzen in den Alpen setzten ihren Aufstieg im Jahr 2025 fort, angetrieben durch den Boom des Tourismus und die Senkung der Finanzierungskosten. Die Schweiz und Italien verzeichneten die stärksten Zuwächse, fast jeweils 6% pro Jahr, laut einer von der UBS am Donnerstag veröffentlichten Studie.
«Wir erwarten, dass die positive Dynamik anhält, insbesondere weil die Zahl potenzieller Käufer – also Haushalte mit hohem Einkommen – schneller wächst als das verfügbare Angebot», erklärte Thomas Veraguth, Immobilienökonom bei UBS, in einer Telefonkonferenz. So hat sich zwischen 2017 und 2022 die Zahl der Personen mit einem zu versteuernden Einkommen von über 200’000 Franken in der Schweiz um fast 33’000 erhöht. Zugleich wuchs der Bestand an Bergwohnungen nur um rund 9’000 Einheiten.
Um eine hochwertige Ferienwohnung in Gstaad zu erwerben, muss man durchschnittlich 25’200 Franken pro Quadratmeter bezahlen, was es zur teuersten alpinen Destination der Rangliste macht, gefolgt von Engadin/St. Moritz (24’000 Franken), Verbier (23’600 Franken), Andermatt (22’200 Franken) und Zermatt (21’000 Franken). Die Top fünf der teuersten Orte unter den 34 alpinen Destinationen, analysiert in der Schweiz, Frankreich, Österreich und Italien, sind somit 100% Schweiz. Der französische Ort Courchevel erreicht den sechsten Platz, mit einem Quadratmeterpreis von 20’300 Franken.
Die Methodik der Datenerhebung unterscheidet sich jedoch je nach Land. Während die Zahlen in der Schweiz auf den angefragten Preisen basieren, stammen die Daten für Italien und Österreich aus Transaktionspreisen, während sie in Frankreich auf dem geschätzten Wert beruhen.
Bevölkerungsentwicklung als Unterstützung
Auch die demografische Entwicklung beeinflusst den Bergresidenzenmarkt. In der Schweiz leben mehr als eine Million Menschen im Alter von 55 bis 65 Jahren außerhalb der Bergkantone – ein Anstieg von 25% im Vergleich zu vor zehn Jahren. Die Möglichkeit, die Immobilie flexibel zu nutzen, mit späterem Wechsel der Zweitwohnung in den Hauptwohnsitz, um steuerliche Vorteile zu erhalten, ist ebenfalls ein Vorteil.
Unter den führenden Bergzielen der Schweiz besteht eine große Preisentwicklung, es gibt große Unterschiede. In Andermatt ist der Quadratmeterpreis innerhalb eines Jahres um 12,5% gestiegen, eine Entwicklung, die auch Davos/Klosters (+12,5%) und Crans-Montana (+15,2%) verzeichnen, während der Anstieg in Gstaad (+3,3%), Zermatt (+3,9%) oder Flims/Laax (+2,4%) moderat war. Verbier ist das einzige Schweizer Reiseziel, dessen Quadratmeterpreis innerhalb eines Jahres gesunken ist (-7,8%); über die letzten fünf Jahre gesehen bleibt die Entwicklung jedoch positiv, im Durchschnitt um 1,6% pro Jahr.
Trotz eines stratosphärischen Preisniveaus ist noch kein Limit in Sicht. In den kommenden Quartalen werden weitere Preissteigerungen erwartet, insbesondere in den Schweizer und italienischen Destinationen. «Das Wachstum sollte sich jedoch im Vergleich zu den Höchstständen von 2021 bis 2023 verlangsamen», prognostiziert Herr Veraguth. Eine Preissteigerung pro Quadratmeter von rund 5% wird daher auch 2026 erwartet.
